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Steuerrecht | 15.06.2018

Steuer­ermäßigung

Kein Steuerbonus für Handwerker­leistungen bei Baukosten­zuschuss für öffentliche Misch­wasser­leitung

Baukosten­zuschuss wird für die Neu­verlegung einer öffentlichen Misch­wasser­leitung als Teil des öffentlichen Sammel­netzes erhoben

(Bundesfinanzhof, Urteil vom 21.02.2018, Az. VI R 18/16)

Wer einen Handwerker beschäftigt, kann sich einen Teil der Lohnkosten vom Finanzamt zurückholen. Die Voraussetzung: Die Handwerker­leistung muss im räumlichen Zusammenhang zum Haushalt stehen. Doch wo dieser Zusammenhang endet, ist immer wieder umstritten.

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Eigentümer können die Kosten für Handwerker nicht ohne weiteres steuerlich geltend machen, wenn ihr Grundstück an das öffentliche Abwasser­netz angeschlossen wird. Das geht aus einem veröffentlichten Urteil des Bundes­finanz­hofs (BFH) hervor. Entscheidend für die Steuer­ermäßigung ist nach Ansicht des Gerichts, ob die Maßnahme das öffentliche Sammelnetz betrifft oder ob es um den eigentlichen Haus- oder Grundstücks­anschluss geht (Az.: VI R 18/16).

Baukostenzuschuss von 3.900 Euro für Anschluss an Mischwasserleitung

In vorliegenden Fall wurde das Grundstück der Kläger an die öffentliche Abwasser­entsorgungs­anlage angeschlossen. Zuvor wurde das Abwasser über eine Sickergrube auf ihrem Grundstück entsorgt. Für den Anschluss wurde nun eine Misch­wasser­leitung als Teil des öffentlichen Sammel­netzes verlegt. Die Kläger mussten hierfür an den Abwasser­zweck­verband einen Baukosten­zuschuss in Höhe von rund 3.900 Euro zahlen. Davon wollten sie einen geschätzten Lohnanteil in Höhe von fast 2.340 Euro als Handwerker­leistung geltend machen.

Kein Anspruch auf steuerliche Geltendmachung

Ohne Erfolg: Zwar könnten laut einem früheren BFH-Urteil Handwerker­leistungen grund­sätzlich anerkannt werden, wenn sie jenseits der Grundstücks­grenze auf öffentlichem Grund erbracht werden (Bundesfinanzhof, Urteil vom 20.03.2014, Az. VI R 56/12). Die Handwerker­leistung muss dabei aber in unmittelbarem räumlichen Zusammenhang zum Haushalt stehen und dem Haushalt des Steuer­pflichtigen dienen. Das war in diesem Fall nicht gegeben, denn der Baukosten­zuschuss wurde für die Neu­verlegung einer öffentlichen Misch­wasser­leitung als Teil des öffentlichen Sammel­netzes erhoben. Dieser Ausbau kommt nicht dem Einzelnen zugute, sondern allen Nutzern des Versorgungs­netzes.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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