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Reiserecht | 03.09.2015

Fingerkuppe abgetrennt

Keine Reisepreisminderung: Defekte Liege ist kein Reisemangel

Liege ist kein als gefährlich anzusehender Einrichtungsgegenstand

(Oberlandesgericht Düsseldorf, Urteil vom 16.12.2014, Az. I-21 U 67/14)

Eine Verletzung durch eine kaputte Liege im Hotel ist kein Reisemangel, der eine Minderung des Reisepreises rechtfertigt. Denn eine Liege ist kein als gefährlich anzusehender Einrichtungsgegenstand, den der Veranstalter fortlaufend überprüfen muss. Das entschied das Oberlandesgericht Düsseldorf (Az.: I-21 U 67/14), wie die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift „ReiseRecht aktuell“ berichtet.

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In dem verhandelten Fall ging es um einen Mann, der sich die Fingerkuppe abgetrennt hatte, weil die Kopfstütze der Liege nach hinten weggeklappt war - aus Sicht des Klägers ein Reisemangel.

Verkehrssicherungspflicht

Das Gericht sah das anders: Zwar liege grundsätzlich ein Mangel vor, wenn die Einrichtung des Hotels eine Gefahr für die Sicherheit des Gastes darstellt. Der Veranstalter muss also ständig Treppen, elektrische Anlagen oder Balkongitter kontrollieren, sonst verletzt er seine Verkehrssicherungspflicht.

Ungefährliche Gegenstände müssen nicht gesondert überprüft werden

Anders sieht es aber bei im Grunde ungefährlichen Gegenständen wie Schränken, Schubladen und eben Liegen aus. Der Veranstalter muss diese nicht gesondert überprüfen, auch wenn sich der Gast mit ihnen durchaus verletzen kann. Eine solche Maßnahme sei dem Veranstalter nicht zuzumuten. Schließlich könne die sogenannte Verkehrssicherung nicht jeden potenziellen Schaden ausschließen.

Quelle: dpa/DAWR/pt

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