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Steuerrecht | 15.02.2018

Doppelte Haushalts­führung

Keine doppelte Haushalts­führung bei Haupt­wohnung am Beschäftigungs­ort

Keine Anerkennung der doppelten Haushalts­führung ohne Begründung der beruflichen Notwendigkeit

(Bundesfinanzhof, Urteil vom 16.11.2017, Az. VI R 31/16)

Steuer­zahler dürfen Aufwendungen für eine zweite Wohnung bei der Steuer absetzen, wenn die doppelte Haushalts­führung beruflich veranlasst ist. „Dies ist klassischer­weise der Fall, wenn der Arbeit­nehmer an seinem Beschäftigungs­ort eine zweite Wohnung unterhält, mit seiner Familie aber in einer anderen Stadt wohnt“, erläutert Isabel Klocke vom Bund der Steuer­zahler.

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Problematischer wird es, wenn sich die Arbeits­wohnung in derselben Gemeinde wie die Familien­wohnung befindet. Dieser Fall kann in Großs­tädten auftreten, wo eine zweite Wohnung gemietet wird, die näher am Betrieb liegt und damit Arbeitsweg gespart wird. „In der Regel wird die doppelte Haushalts­führung in diesen Fällen nicht anerkannt“, sagt Isabel Klocke mit Hinweis auf ein Urteil des Bundes­finanz­hofs (Az.: VI R 31/16).

Keine doppelte Haushaltsführung bei Fahrzeiten von einer Stunde

Kann die Firma in zumutbarer Weise von der Familien­wohnung aus erreicht werden, berücksichtigt das Finanzamt die Kosten für die Zweit­wohnung nicht. Dabei sind die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, etwa die Verkehrs­bedingungen oder der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs­netzes. Gerade in Großs­tädten und deren Einzugs­gebieten sind Fahrtzeiten von einer Stunde zwischen Arbeits­stätte und Familien­wohnung üblich, so dass weitere Gründe hinzutreten müssen, um die berufliche Notwendigkeit einer zweiten Wohnung zu begründen.

Einzugsgebiet der Arbeitsstätte maßgeblich

Dies kann in Ballungs­räumen beispiels­weise bei Notärzten oder Mitarbeitern der Fall sein, die innerhalb weniger Minuten im Betrieb sein müssen. „Entsprechendes sollte man sich dann vom Chef bestätigen lassen“, rät Isabel Klocke. Liegt eine doppelte Haushalts­führung vor, können monatlich grund­sätzlich bis zu 1.000 Euro als Werbungs­kosten für die Unterkunft abgesetzt werden.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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