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Reiserecht, Schadensersatzrecht und Verbraucherrecht | 25.11.2022

Gepäck­beförderung

Koffer kommt eine Woche später

Passagiere haben Anspruch auf Kosten­erstattung für den Hinflug

(Oberlandesgericht Celle, Urteil vom 20.10.2022, Az. 11 U 9/22)

Der Flug landet pünktlich, doch das Gepäck fehlt. Das allein ist schon sehr ärgerlich - umso mehr, wenn darin die Kleidung für einen besonderen Anlass war. Kann man dann Flugkosten zurück­fordern?

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Kommt ein Koffer viele Stunden oder erst Tage später am Reiseziel an, dürfen Passagiere sich Ersatz­kleidung kaufen und die Airline an diesen Kosten beteiligen. Unter gewissen Umständen hat man womöglich sogar Anspruch auf eine Erstattung des Flugpreises, zeigt ein Urteil des Ober­landes­gerichts (OLG) Celle. (Az.: 11 U 9/22)

Gepäck mit Festgarderobe trifft mit einwöchiger Verzögerung ein

Was war passiert? Eine Familie war nach Kenia geflogen, um dort den 50. Geburtstag eines Mit­reisenden zu feiern. Nur: Die Koffer samt festlicher Garderobe kamen erst eine Woche später im Land an. Die Airline erstattete die Kosten für die „not­dürftige Ersatz­beschaffung“ der Kleidung, wie es in der Mitteilung des Gerichts heißt. Doch die Passagiere verlangten den Flugpreis zurück. In erster Instanz scheiterten sie vor dem Landgericht Hannover, das OLG in Celle aber gab ihnen teilweise Recht - zumindest die Kosten für den Hinflug müsse die Airline erstatten.

Gericht: Airline habe vom Risiko gewusst

Die Gründe: Die Airline hätte nach Ansicht des Gerichts die Passagiere darauf hinweisen müssen, dass es beim Gepäck­transport zu erheblichen Verzögerungen kommen könnte. Ein wesentlicher Streitpunkt war, ob die einsetzbaren Maschinen bei voller Auslastung auch alle Koffer hätten befördern können.

Das Gericht sah das mit Blick auf die vorliegenden Schilderungen nicht so: Es ging davon aus, dass die Airline wusste, dass sie das Gepäck nicht zu­verlässig zeitgleich oder zeitnah würde befördern können. Darüber hätte sie die Fluggäste vorher informieren müssen. So wäre ihnen die Möglichkeit geblieben, den Flug eventuell gar nicht erst zu buchen und stattdessen eine andere Verbindung zu wählen.

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Zeitnahe Gepäckbeförderung von wesentlicher Bedeutung - Beförderungsleistung wertlos

Unterm Strich war die Be­förderungsl­eistung für den Hinflug laut Gericht wertlos. Der zeitnahe Koffer­transport (mit der Fest­garderobe) sei hier für die Passagiere von wesentlicher Bedeutung gewesen. Außerdem heißt es im Urteil: „Ein durchschnittlicher, in Europa lebender Fluggast, der keine privaten Bezüge - etwa dort lebende Familien­angehörige - an seinem Zielort hat, welcher in einem weniger entwickelten und in vielerlei Hinsicht kulturell fremden Land liegt, wird durch das dauerhafte Fehlen seines Gepäcks in seinem dortigen Aufenthalt (...) in einem Umfang beeinträchtigt, der einer Nicht­anreise gleichkommt.“

Passagiere können Kosten für Hinflug zurückverlangen

Entsprechend haben die Passagiere in diesem Fall Anspruch, den anteiligen Preis für den Hinflug in Höhe von insgesamt knapp 550 Euro erstattet zu bekommen. Für den Rückflug gilt das nicht - hier habe die Airline die Be­förderungsl­eistung vollständig erbracht.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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