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Steuerrecht | 07.05.2019

Immobilien­verkauf

Kosten für Verkauf einer Immobilie als Werbungs­kosten für neu erworbene Mietimmobilie unter Umständen absetzbar

Veräußerungs­erlös muss jedoch tatsächlich zur Finanzierung eines Vermietungs­objektes verwendet werden

(Finanzgericht Köln, Urteil vom 21.03.2018, Az. 3 K 2365/15)

Wer eine Privat­immobilie verkauft, muss die damit verbundenen Kosten selbst tragen. In bestimmten Fällen lassen sich die Ausgaben für Notar, Rechtsanwalt oder Makler aber dennoch steuerlich absetzen.

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Eine privat­genutzte Immobilie zu verkaufen, kostet oft Geld. Makler- oder Notarkosten können aber unter Umständen als Werbungs­kosten bei Vermietungs­einkünften abgezogen werden, erklärt der Bundes­verband der Lohn­steuerhilfe­vereine (BVL) mit Blick auf ein Urteil des Finanz­gerichts Köln (Az.: 3 K 2364/15). Die Voraussetzung: Der Veräußerungs­erlös wird tatsächlich zur Finanzierung eines Vermietungs­objektes verwendet.

Streit um Makler-, Rechtsanwalts- und Notarkosten

In dem Verfahren ging es um Makler- und Notarkosten, die beim Verkauf einer selbst­genutzten Immobilie entstanden waren. Die Klägerin hatte das Haus, in dem ihre Eltern gelebt hatten, verkauft und den Erlös in eine Wohnung investiert, die sie an ihre Eltern vermietete.

Klägerin macht Veräußerungsnebenkosten als Werbungskosten geltend

In der Einkommen­steuer­erklärung für das Streitjahr deklarierte die Klägerin die Eigentums­wohnung als neues Vermietungs­objekt und erklärte die von ihren Eltern ver­einnahmten Mieten als Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung.

Finanzamt lehnt Werbungskostenabzug ab

Die ihr im Zusammenhang mit der Veräußerung des Einfamilien­hauses entstandenen Aufwendungen in Höhe von zusammen rund 4.270 Euro machte die Klägerin als Werbungs­kosten geltend. Das Finanzamt wollte die Kosten nicht anerkennen.

FG bejaht Anerkennung der Aufwendungen als Werbungskosten

Das Finanzgericht entschied aber anders. „Voraussetzung ist, dass der Steuer­pflichtige diesen Entschluss der Verwendung des Veräußerungs­erlöses bereits bei der Veräußerung endgültig gefasst hatte und dieses im besten Fall auch dokumentiert hat“, rät BVL-Geschäfts­führer Erich Nöll.

Eine solche Dokumentation könnte ein Gesprächs­protokoll mit der finanzierenden Bank oder mit dem Verkäufer sein, dass die Bezahlung nach und aus der Veräußerung der zu veräußernden Immobilie erfolgt.

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Revision gegen die Entscheidung beim Bundesfinanzhof anhängig

Das letzte Wort hat jedoch der Bundes­finanz­hof, da dort die Revision anhängig ist (Az.: IX R 22/18). Steuer­pflichtige, mit vergleichbaren Sach­verhalten, die ebenfalls die Veräußerungs­kosten der Privat­immobilie bei den Vermietungs­einkünften berücksichtigt wissen wollen, sollten diese Kosten in der Anlage V angeben mit Verweis auf die Rechtsprechung. Gleich­zeitig kann das Ruhen des Verfahrens bis zur endgültigen Entscheidung beantragt werden. So trägt der Steuer­pflichtige kein eigenes Klagerisiko.

Quelle: dpa/DAWR/ab

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