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Sozialrecht und Sozialversicherungsrecht | 17.08.2017

Kosten­übernahme

Kranken­kasse muss Brustkrebs­patientin Behandlung mit neuartiger Chemo­therapie zahlen

Schutz des Lebens einer Person ist höher einzuschätzen als wirtschaftlichen Interessen einer Kranken­kasse

Eine schon länger an Brustkrebs erkrankte Patientin hat Anspruch auf die Behandlung mit einer neuartigen Chemo­therapie. Selbst wenn noch nicht feststeht, dass das Medikament für diese Behandlung zugelassen wird, muss die Kranken­kasse die Behandlung bezahlen. So eine Entscheidung des Sozial­gerichts Dresden (Sozialgericht Dresden, Beschluss vom 29.03.2017, Az. S 18 KR 268/17 ER).

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Krankenkasse lehnt Kostenübernahme für neuartiges Chemotherapie-Präparat ab

Die Patientin erkrankte 2008 an einer aggressiven Form von Brustkrebs. Nach einer Operation wurde sie mit Chemo­therapie und Bestrahlung behandelt. Es bildeten sich dennoch immer wieder Metastasen. Ihr Arzt schlug 2017 die Behandlung mit einem neuartigen Chemo­therapie-Präparat vor. Die gesetzliche Kranken­kasse lehnte die Übernahme der Kosten ab. Das Medikament sei zwar seit 2013 in Europa zugelassen. Die Zulassung beschränke sich aber auf Fälle, in denen noch keine vergleichbare Behandlung stattgefunden habe. Die Frau hatte sich aber bereits 2008 einer Chemo­therapie unterzogen.

Krankenkasse zur Übernahme der Kosten verurteilt

Vor dem Sozial­gericht Dresden war die Frau erfolgreich. Nach Auffassung des Gerichts muss der Patientin die Behandlung mit einer neuartigen Chemo­therapie zugesprochen werden, auch wenn noch nicht feststeht, ob das Medikament sicher wirksam ist und zugelassen wird. In der Kürze der Zeit des Rechtswegs könne nicht aufgeklärt werden, ob die von der Kranken­kasse vorgeschlagene Chemo­therapie mit zugelassenen Medikamenten gleichwertig ist. Dazu fehle wegen des akut lebens­bedrohlichen Zustands der Klägerin die Zeit. Unter diesen Umständen mussten die wirtschaftlichen Interessen der Kranken­kasse hinter den Schutz des Lebens der Frau zurück­treten.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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