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Reiserecht und Schadensersatzrecht | 23.01.2018

Reisepreiserstattung

Kreuzfahrt kurzfristig abgesagt - Reiseveranstalter muss Kosten für angemessene Ersatzreise übernehmen

Ersatzreise muss nicht unbedingt eine Kreuzfahrt sein

(Oberlandesgericht Köln, Urteil vom 19.07.2017, Az. 16 U 31/17)

Es ist ein ärgerlicher Fall: Der Reise­veranstalter sagt eine Kreuzfahrt ganz kurzfristig ersatzlos ab. In diesem Fall steht dem Urlauber nicht nur eine Entschädigung wegen vertaner Urlaubszeit zu - der Veranstalter muss auch die Kosten für eine angemessene Ersatzreise zahlen. Dabei muss es sich nicht unbedingt ebenfalls um eine Kreuzfahrt handeln, entschied das Oberlandes­gericht Köln in einem Berufungs­verfahren (Az.: Oberlandesgericht Köln, Urteil vom 19.07.2017, Az. 16 U 31/17).

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Kreuzfahrt kurzfristig und ersatzlos gestrichen

In dem verhandelten Fall ging es um eine Karibik­kreuzfahrt für zwei Personen im Wert von insgesamt 4.998 Euro. Drei Tage vor Reisebeginn erfuhren die Klägerin und ihr Mann, dass für sie keine Buchung vorlag, ein Fehler des Ver­anstalters. Kurzerhand unternahm das Ehepaar stattdessen eine Mietwagen­rundreise durch Florida. Vor Gericht verlangten sie Schaden­ersatz in voller Höhe des Reise­preises und eine Erstattung der Mehrkosten für die Ersatzreise.

73 Prozent Schadensersatz für vertane Urlaubszeit

Anders als die Vorinstanz sprach das Oberlandes­gericht den Urlaubern die Rück­zahlung der Mehrkosten zu. Die Kosten dürften nicht allein deshalb abgelehnt werden, weil das Reiseziel nun ein anderes war. Die Ersatzreise sei verhältnismäßig gewesen. Der Veranstalter habe ja auch keinen Ersatz anbieten können. Als Schaden­ersatz für vertane Urlaubszeit bekamen die Klägerin und ihr Mann allerdings nicht 100 Prozent des Reise­preises zugesprochen sondern nur 73 Prozent.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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