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Arbeitsrecht | 10.01.2018

Kündigung

LAG Hessen: Heimliche Aufnahme von Personal­gespräch ist Kündigungs­grund

Heimliche Aufzeichnung verletzt Persönlich­keitsrechte der Gesprächs­teilnehmer

(Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 23.08.2017, Az. 6 Sa 137/17)

Heimliche Ton­aufnahmen bei einem Personal­gespräch sind verboten - und zwar für alle Beteiligten. Hält sich ein Arbeit­nehmer nicht daran, kann das sogar zu einer fristlosen Kündigung führen. Das geht aus einem Urteil des Landes­arbeits­gerichts Hessen hervor (Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 23.08.2017, Az. 6 Sa 137/17).

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Fristlose Kündigung wegen Aufzeichnung eines Personalgesprächs

Der Kläger des zugrunde liegenden Falls war der gekündigte Mitarbeiter. In einer E-Mail hatte er Kollegen beleidigt, unter anderem mit der Bezeichnung „fauler Mistkäfer“. Dafür gab es eine Abmahnung und eine Einladung zu einem Personal­gespräch. Neben dem Geschäfts­führer war dabei auch der Betriebsrat anwesend. Der Mitarbeiter zeichnete das Gespräch mit seinem Handy heimlich auf. Als der Arbeitgeber einige Monate später davon erfuhr, kündigte er ihm fristlos.

Gesprächsaufzeichnung verletzt allgemeines Persönlichkeitsrecht

Damit war er im Recht, entschied das Landes­arbeits­gericht Hessen: Mit der Aufnahme habe der Kläger die Persönlich­keitsrechte der Gesprächs­teilnehmer verletzt. Der Arbeit­nehmer habe nach eigenen Angaben zwar nicht gewusst, dass die Aufnahme verboten war. Die Heimlichkeit sei aber nicht zu recht­fertigen und die fristlose Kündigung deshalb zulässig - auch weil das Verhältnis zum Arbeitgeber durch die beleidigende E-Mail schon belastet war.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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