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Arbeitsrecht | 09.01.2017

Kündigung

LAG Rheinland-Pfalz: Beleidigung einer Kollegin recht­fertigt fristlose Kündigung

Arbeitgeber kann schwerwiegende Beleidigungen unter seinen Beschäftigten nicht dulden
(Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 18.05.2016, Az. 4 Sa 350/15)

Arbeit­nehmer müssen mit einer fristlosen Kündigung rechnen, wenn sie Kollegen massiv beleidigen. So eine Entscheidung des Landes­arbeits­gerichts Rheinland-Pfalz (Az.: 4 Sa 350/15).

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Beleidigungen per SMS an eine Kollegin

In dem verhandelten Fall klagte eine Kinder­kranken­schwester gegen ihre Kündigung. Die Frau arbeitete seit 1994 bei ihrem Arbeitgeber. An einem Abend versandte die Frau, nachdem sie Alkohol getrunken hatte, eine SMS an eine Kollegin. Der Text strotzte vor Beleidigungen und Unter­stellungen. Die Anrede war „Hi Arschloch“. Dann folgten weitere Beleidigungen. Ihr Arbeitgeber kündigte der Mit­arbeiterin fristlos sowie hilfsweise außero­rdentlich mit Auslauf­frist.

Kündigungs­schutz­klage der Frau blieb dann erfolglos

Grobe Beleidigungen von Arbeits­kollegen, die eine deutliche Ehr­verletzung für den Betroffenen bedeuteten, seien ein erheblicher Verstoß des Arbeit­nehmers gegen seine Pflichten aus dem Arbeits­verhältnis. Das recht­fertige eine außero­rdentliche, fristlose Kündigung, entschied das Gericht.

Grobe Beleidigung stellt schwere der Pflicht­verletzung dar

Im vorliegenden Fall sei klar, dass die Frau ihre Kollegin in besonders grober Weise beleidigt habe. Aufgrund der Schwere der Pflicht­verletzung sei auch eine vorherige Abmahnung nicht notwendig gewesen. Außerdem sei die Klägerin bereits einschlägig abgemahnt worden. Die Interessen­abwägung ergebe nichts Anderes. Zwar spreche die lange Betriebs­zugehörigkeit für die Klägerin. Jedoch könne ein Arbeitgeber schwerwiegende Beleidigungen unter seinen Beschäftigten nicht dulden. Außerdem sei das Fehl­verhalten der Frau geeignet, den Betrieb­sfrieden irreparabel zu zerstören.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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