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Hotelrecht und Internetrecht | 21.07.2020

Google

LG Berlin: Google muss bei Sterne-Hinweisen für Hotels nachbessern

Google muss sich künftig an DEHOGA-Sterne halten

(Landgericht Berlin, Urteil vom 08.07.2020, Az. 101 O 3/19)

Wer würde nicht gern einmal eine Nacht im Fünf-Sterne-Hotel verbringen? Doch wer bei Google suchte, musste aufpassen: Nicht immer entspricht dort die entsprechende Auszeichnung den offiziellen Kriterien. Nun muss das Unternehmen nachlegen.

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Die Ansprüche für Sterne-Hotels sind hoch: Selbst bei einem Stern muss die Unterkunft wenigstens 46 Mindest­standards erfüllen - etwa einen Fernseher auf dem Zimmer anbieten sowie einen Weckdienst. Sauberkeit und das tägliche Betten­machen sind eine Selbst­verständlichkeit auch in der untersten Kategorie der Deutschen Hotel­klassifizierung des Hotel- und Gaststätten­verbands Dehoga, der die Ein­stufungen vornimmt.

Anspruch der Sterne-Klassifizierung wird alle drei Jahre überprüft

Knapp 8000 Hotels nehmen demnach in Deutschland an dem freiwilligen Bewertungs­system teil und damit fast 40 Prozent aller hierzulande registrierten Herbergen. Alle drei Jahre überprüft der Verband, ob sie noch den Ansprüchen ihrer entsprechenden Sterne-Klassifizierung entsprechen. „Als Gast erhalten Sie dadurch eine sichere und trans­parente Übersicht über die Leistungen und Angebote, die Ihnen ein klassifizierter Beherbergungs­betrieb bietet“, heißt es auf den Seiten der Deutschen Hotel­klassifizierung des Dehoga.

LG verbietet Google ohne offizielle Auszeichnung Hotels als Sterne-Hotels zu bezeichnen

Es verwundert daher kaum, dass die Hüter der Sterne empfindlich reagieren, wenn andere das Bewertungs­system kopieren wollen - oder Häuser gar mit Sternen werben, die ihnen offiziell gar nicht zustehen. Das bekam nun auch Google zu spüren. Das Landgericht Berlin verbietet es dem Internet­riesen, Unter­künfte bei Such­ergebnissen als Sterne-Hotels zu bezeichnen, solange diese nicht offiziell vom Dehoga als solche ausgezeichnet wurden.

Geklagt hatte die Wettbewerbszentrale

Geklagt hatte die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs in Bad Homburg. Der Such­maschinen­dienst hat das Urteil bereits anerkannt.

Wettbewerbszentrale hält Hinweise für irreführend

Demnach hatte Google bei der Anzeige von Such­ergebnissen von Hotels immer wieder Gaststätten mit Hinweisen wie „3-Sterne-Hotel“ oder „4-Sterne-Hotel“ versehen. Die Wettbewerbs­zentrale hatte dies als „irre­führend“ kritisiert, weil viele der Unter­künfte „nicht über eine gültige Hotel­klassifizierung verfügten“. Nicht zu verwechseln sind diese nun verbotenen Hinweise von Google mit den dort ebenfalls über Sterne angezeigten Bewertungen und Rezensionen von Nutzern. Diese bleiben von der Ent­scheidung des Gerichts unberührt.

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Entscheidung des Gerichts sorgt für mehr Transparenz und Sicherheit

„Dies ist ein Durchbruch für mehr Transparenz und Sicherheit bei der Darstellung von Hotel­angeboten auf der mit Abstand wichtigsten Such­plattform für Hotels im Internet“, bewertete Markus Luthe, Geschäfts­führer der Dehoga-Tochter Deutsche Hotel­klassifizierung, am Montag die Ent­scheidung des Gerichts.

Sterne-Einstufung bei Google für Nutzer nicht nachvollziehbar

„Google speiste seine Sterne­angaben aus für den Nutzer nicht nach­vollziehbaren Quellen und erklärte auch nicht-klassifizierte Hotels zu „Sterne-Hotels““, hieß es vonseiten der Wettbewerbs­zentrale. „Wir tauschen bereits über eine Datenschnit­tstelle täglich und automatisiert mit Google aus, welche Hotels in Deutschland über eine aktuelle Klassifizierung verfügen.“

Sterne-System gibt es nicht nur in Deutschland

Auch in anderen europäischen Ländern haben sich Hotel­verbände angeschlossen, darunter die Niederlande, Österreich, Schweden, Griechen­land, Liechten­stein und seit drei Jahren auch Slowenien. Der Kriterien­katalog ist dabei stets derselbe.

Mogeleien und Tricksereien mit Sternen nicht ungewöhnlich

Immer wieder kommt es dabei zu Mogeleien und Tricksereien. Häufig geht es dabei um Häuser, die auf ihren Webseiten unrecht­mäßig mit drei oder vier Sternen werben. Nach Einschätzung der Dehoga spielt dabei häufig Unkenntnis eine Rolle. Vielen Hoteliers scheinen nicht klar gewesen zu sein, dass eine eigenmächtige Vergabe von Sternen wettbewerbs­rechtlich nicht zulässig sei, hieß es vom Verband bereits vor einigen Jahren. Manchmal sorge auch ein Betreiber­wechsel für Verzögerungen. Hinzu kommen Grenzfälle, zum Beispiel Sterne im Familien­wappen der Hotel­eigentümer.

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Quelle: dpa/DAWR/ku

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