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Reiserecht und Verbraucherrecht | 08.08.2018

Rail-and-fly-Ticket

LG Hannover: Bei Werbung mit Zug-zum-Flug-Ticket haftet Reise­veranstalter für Zug­verspätungen

Reise­veranstalter muss Folgekosten der Zug­verspätung tragen

(Landgericht Hannover, Urteil vom 27.03.2017, Az. 1 S 54/16)

Wegen einer Zug­verspätung eine Flugreise zu verpassen, ist ärgerlich und teuer. Denn es müssen Ersatz­flüge gebucht werden. Wirbt jedoch ein Reise­veranstalter mit einem Zug-zum-Flug-Ticket der Bahn und berechnet dafür keine zusätzlichen Kosten, haftet er für die Bahnfahrt - und muss die Folgekosten tragen, wenn sich der Zug verspätet. Das entschied das Landgericht Hannover (Az.: 1 S 54/16).

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Der Bundes­gerichts­hof hatte in der Vergangenheit bereits entsprechende Urteile gefällt.

Rail-and-fly-Ticket als Leistung des Veranstalters

In dem verhandelten Fall kam es auf die Darstellung durch den Anbieter an: Nach Ansicht des Gerichts musste der Urlauber denken, das Rail-and-fly-Ticket sei eine eigene Leistung des Ver­anstalters. Dafür sprach etwa, dass das Zugticket im Katalog nicht als Fremd­leistung gekennzeichnet war. In der Buchungs­bestätigung fand sich zudem kein gesondertes Entgelt. Der Ticket-Voucher kam mit den anderen Reise­unterlagen. Und die Fahrkarten enthielten auch das Logo des Ver­anstalters.

Hinweis auf Verantwortlichkeit des Reisenden zur rechtzeitigen Ankunft unerheblich

Insgesamt nicht entscheidend war laut Gericht dagegen der Hinweis im Preisteil des Katalogs und auf der Ticket­rückseite, dass der Urlauber für die rechtzeitige Ankunft am Flughafen selbst verantwortlich sei.

Quelle: dpa/DAWR/ab

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