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Haftungsrecht und Versicherungsrecht | 18.02.2019

Glatteis

LG München: Überschreiten der Richt­geschwindigkeit auf glatter Straße kann Mithaftung begründen

Über­schreiten der Richt­geschwindigkeit recht­fertigt die Annahme einer Mithaftung

(Landgericht München, Urteil vom 31.10.2018, Az. 17 O 5549/17)

Wer auf winterlichen Straßen schneller als die schon normal empfohlene Richt­geschwindigkeit fährt, muss nach einem Unfall mit einer Mithaftung rechnen. Das gilt auch, wenn ein anderer den Unfall verursacht. Das jedenfalls zeigt ein Urteil des Land­gerichts München (Az.: 17 O 5549/17).

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Kollision auf glatter Straße

Mit seinem Auto fuhr ein Mann auf der linken Spur einer Autobahn. Mit circa 180 km/h wollte er gerade ein anderes Auto überholen, als dieses kurz vorher auch nach links fuhr. Beim starken Abbremsen brach das Auto des Hintermanns aus, rutschte quer über drei Spuren und kam auf einem Grün­streifen zwischen einem Parkplatz und der Fahrbahn an Bäumen zum Stehen. Beide Autos kollidierten nicht mit einander. Der Fahrer des Unfall­gegners verlangte aber Schaden­ersatz vom Voraus­fahrenden. Dieser habe mit seinem Manöver den Unfall allein verursacht.

Kollision hätte bei Eihaltung der Richtgeschwindigkeit verhindert werden können

Dem folgte das Gericht nicht. Zwar sei der Spurwechsel belegt, doch den Hintermann treffen 40 Prozent der Schuld. Am Unfalltag wiesen drei Schilder­brücken auf Glätte hin. Zwar habe kein Tempolimit gegolten, aber die Grün­streifen seien schnee­bedeckt und die Straße nass gewesen. Und der Fahrer sei schneller als die schon unter normalen Straßen­verhältnissen empfohlene Richt­geschwindigkeit von 130 km/h gefahren. Zudem hat ein Gutachter geäußert, dass ein Ausbrechen des Autos hätte verhindert werden können, wenn es nicht schneller als die Richt­geschwindigkeit unterwegs gewesen wäre. Daher entschied das Gericht auf eine 40-prozentige Mithaftung des Hintermanns.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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