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Verkehrsrecht und Versicherungsrecht | 09.11.2018

Verkehrs­unfall

LG Saar­brücken zur Haftung nach Unfall durch Überholv­organg auf Gegenspur

Vorfahrts­berechtigter trifft Mithaftung von einem Drittel

(Landesgericht Saarbrücken, Urteil vom 06.09.2018, Az. 14 O 182/16)

Autofahrer, die bei einem Stau eine Fahrzeug­kolonne auf der Gegenspur überholen, machen das besser äußerst vorsichtig. Denn auch auf einer Vorfahrts­berechtigten Straße müssen sie dabei vor einbiegenden Fahrzeugen rechtzeitig anhalten können. Ansonsten müssen sie nach einem Unfall mithaften. Das zeigt ein Urteil des Landgericht Saar­brücken (Az.: 14 O 182/16).

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Unfall beim Überholen auf Gegenfahrbahn

Ein Autofahrer fuhr auf ein Stauende zu. Da er ortskundig war, überholte er einige Fahrzeuge der Kolonne, um den Stau durch eine links liegende Neben­straße zu umfahren. Dazu nutzte er die Gegen­fahrbahn der Vorfahrts­berechtigten Straße. Dabei kam es zu einem Unfall. Denn aus einer Lücke fuhr von rechts aus einer Seiten­straße ein Auto, für das der Über­holende nicht anhalten konnte.

Mithaftung des Vorfahrtsberechtigten zu einem Drittel

Das Gericht sprach dem Über­holenden eine Haftung von einem Drittel zu. Denn er ist zwar grund­sätzlich vorfahrts­berechtigt, doch muss er beim Vorbeifahren vor erkennbaren Verkehrs­lücken so umsichtig und langsam fahren, dass er in Höhe von Ein­mündungen oder Kreuzungen voraus Lücken kommenden Fahrzeugen rechtzeitig bremsen kann.

Einbiegender Autofahrer haftet aufgrund der Vorfahrtsverletzung zu zwei Dritteln

Der einbiegende Autofahrer musste aufgrund seiner Vorfahrts­verletzung zu zwei Dritteln haften. Zwar hatte ihn ein stehender Autofahrer aus der Lücke gewunken, doch dieser Vorfahrts­verzicht kann laut Gericht nur für den Verzichtenden selbst gelten.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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