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Strafrecht | 17.08.2022

Amokfahrt

Lebenslange Haft und Psychiatrie für Trierer Amokfahrer

52-jähriger Angeklagter ist paranoid schizophren

(Landgericht Trier, Urteil vom 16.08.2022, Az .8032 Js 35057/20 Ks)

Die Amokfahrt in Trier hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Ein Mann raste mit einem Gelände­wagen durch die Fußgängerzo­ne, tötete und verletzte gezielt Passanten. Jetzt ist das Urteil gefallen.

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Im Prozess um die Amokfahrt in Trier mit fünf Toten ist der Angeklagte wegen mehrfachen Mordes und versuchten Mordes zu einer lebens­langen Freiheits­strafe verurteilt worden. Das Landgericht Trier befand zudem die besondere Schwere der Schuld und ordnete die Unter­bringung des Mannes in einem geschlossenen psychiatrischen Krankenhaus an. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 52-Jährige am 1. Dezember 2020 mit seinem Gelände­wagen durch die Fußgängerzo­ne raste, um möglichst viele Menschen zu töten oder zu verletzen.

Fünf Tote durch Amokfahrt

Bei der Tat starben fünf Menschen: ein neun Wochen altes Baby, dessen Vater (45) und drei Frauen im Alter von 73, 52 und 25 Jahren. Zudem gab es zahlreiche Verletzte und rund 300 traumatisierte Augenzeugen. Die Staats­anwaltschaft hatte dem Deutschen fünffachen Mord und versuchten Mord in 18 weiteren Fällen sowie schwere Körper­verletzung vorgeworfen.

Die Schwur­gerichts­kammer des Gerichts unter dem Vorsitz von Petra Schmitz folgte in dem Urteil den Forderungen der Staats­anwaltschaft. Auch ein Großteil der Opfer­anwälte hatte sich für lebenslange Haft und die Unter­bringung des Mannes in der Psychiatrie ausgesprochen. Die Verteidigung war für die Einweisung in eine Klinik.

52-Jährige leidet an einer paranoiden Schizophrenie mit bizarren Wahnvorstellungen

Nach dem Gutachten eines psychiatrischen Sachverständigen leidet der 52-Jährige an einer paranoiden Schizo­phrenie mit bizarren Wahn­vorstellungen. Er ist demnach vermindert schuld­fähig und gilt als gemein­gefährlich. Der Angeklagte sehe sich als Opfer „eines großa­ngelegten Komplotts des Staates“ gegen ihn und fühle sich verfolgt, abgehört und beobachtet, hatte der Experte berichtet. An den Tatzeitraum will der Amokfahrer keine Erinnerung haben.

Der gelernte Elektroin­stallateur hat den ganzen Prozess über zu den Vorwürfen geschwiegen. Laut Anklage war er zur Tatzeit allein­stehend, arbeitslos, ohne festen Wohnsitz und durch seine persönlichen Lebens­umstände frustriert.

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Zeugen berichteten von traumatischem Erlebnis

Die Hinter­bliebenen und Betroffenen seien erleichtert, dass der Prozess nach einem Jahr Dauer zu Ende gehe, sagte Bernd Steinmetz für die Stiftung Katastrophen-Nach­sorge der Deutschen Presse-Agentur. „Es war schon eine Belastung jetzt über die lange Zeit.“ Der Prozess sei „ein Meilenstein für die Verarbeitung“ gewesen. In den gut 40 Verhandlungs­tagen seit dem 19. August 2021 sind Dutzende Zeugen gehört worden, die von traumatischen Erlebnissen erzählten. Viele hatten geschildert, wie der Mann gezielt auf seine Opfer zufuhr, Menschen traf, verletzte und tötete. Zudem berichteten sie, wie schwer das Erlebte sie bis heute belaste: Die Bilder kämen immer wieder zurück, sie erinnerten sich an die Schreie von damals.

Täter bleibt wohl für immer weggesperrt

Wenn das Urteil rechts­kräftig wird, wird laut Staats­anwaltschaft zunächst die Maßregel der Unter­bringung in der Psychiatrie vollstreckt. Sie gilt unbefristet. Sollte ein Sachverständiger irgendwann nach 5 oder 25 Jahren zum Ergebnis kommen, dass der Mann geheilt sei, schließe sich dann der normale Straf­vollzug an.

Der Amokfahrer dürfte somit „wohl eher nicht mehr aus dem Vollzug kommen“, teilte Oberstaats­anwalt Samel mit. Bei lebenslang werde nach 15 Jahren erstmals durch die Straf­voll­streckungs­kammer geprüft, ob überhaupt eine Außer­vollzug­setzung der lebens­langen Freiheits­strafe vertretbar sei. In den meisten Fällen sei dies jedoch nicht der Fall.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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