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Verkehrsrecht und Versicherungsrecht | 01.09.2017

Auffahr­unfall

Maßr­egelung durch Voll­bremsung: Selbst­justiz im Straßenverkehr wird bestraft

Wer andere durch Brems­aktionen maßregelt, muss im Fall eines Unfalls voll haften

(Amtsgericht Solingen, Urteil vom 06.01.2017, Az. 13 C 427/15)

Für pseudo­erzieherische Maßnahmen und Selbst­justiz ist auf der Straße kein Platz. Wer andere etwa durch Brems­aktionen maßregelt, muss damit rechnen, für den Schaden voll zu haften, wenn der Hintermann dabei auffährt. Das geht aus einem Urteil des Amts­gerichts Solingen (Az.: 13 C 427/15) hervor.

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Hintermann mit Vollbremsung gemaßregelt

Ein eiliger Autofahrer drängelte hinter dem Auto einer Frau, die mit vorschrifts­mäßigem Tempo unterwegs war. Dann überholte er und scherte knapp vor der Frau ein. An einer roten Ampel hielten beide hintereinander. Bei Grün fuhr der Mann an, nur um kurz darauf in die Bremsen zu steigen. Nach dem Auffahr­unfall wollte dessen Versicherung nur ein Viertel des Schadens am Auto der Frau übernehmen. Diese bestand auf der gesamten Summe und zog vor Gericht.

Wer extra scharf bremst, haftet für Unfall

Dort bekam sie Recht. Denn das Gericht wertete die Aktion als „Akt der Selbst­justiz“. Der könne nicht akzeptiert werden. Wer also extra scharf bremst, um andere zu disziplinieren, haftet voll.

Quelle: dpa/DAWR/ab

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