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Mietrecht | 25.10.2022

Wohn­gemeinschaften

Miete teilen: Welche Rechte und Pflichten gelten in einer WG?

Eine WG bietet viele Vorteile aber auch Nachteile

Während des Studiums oder schlicht fürs sparsame Leben in der Stadt - Wohn­gemeinschaften sind beliebt. Allerdings gelten für alle Beteiligten ein paar grund­legende Regeln.

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Eine WG bietet viele Vorteile. Miete, Nebenkosten und sonstige Ausgaben werden gerecht verteilt. Auf der anderen Seite stehen die Nachteile. Denn Bewohner haben Pflichten und sitzen beim Fehl­verhalten Einzelner mit im Boot.

Die Miete und ihre Verteilung - wer zahlt welchen Anteil?

Eine der häufigsten Fragen bei Wohn­gemeinschaften betrifft die Verteilung der monatlichen Miete auf die einzelnen Bewohnerinnen und Bewohner. Maßgeblich hierbei ist, wer den Mietvertrag abgeschlossen hat - wer also Vertrags­partner des Vermieters ist, sagt Wibke Werner vom Berliner Mieter­verein. Denn der Mieter haftet grund­sätzlich für alle Schulden aus dem Mietvertrag. Dabei spielt es keine Rolle, ob es weitere Bewohner oder Untermieter gibt.

Sind alle Bewohner als Mieter im Mietvertrag eingetragen, haften sie als Gesamt­schuldner. Der Vermieter kann sich an alle mit der vollen Miet­forderung wenden. Wie die Mieter die Zahlung untereinander aufteilen, ist ihre Sache. Ob die Miete also zu gleichen Teilen oder anteilig nach Zimmer­größe berechnet wird, obliegt der WG.

Haupt- und Untermieter: Grenzen bei der Miethöhe

Von einem gemeinsamen Mietvertrag mit dem eigentlichen Vermieter zu unter­scheiden ist das Untermietv­erhältnis. Hier vermietet die Haupt­mieterin oder der Hauptmieter die gemietete Wohnung weiter, wird also selbst zur vermietenden Partei.

Für den Unter­vermieter gelten laut Wibke Werner keine bestimmten Grenzen für die Miethöhe oder sonstige Regularien. Er muss lediglich allgemeine Vorgaben wie die Mietpreis­bremse beachten. Es ist also nicht per se verboten, dass die Untermieter in Summe mehr Miete als der Hauptmieter zahlen müssen.

Die Mietpreis­bremse wurde bereits 2015 verabschiedet. Sie besagt, dass die Wohnungs­miete in Gebieten mit angespannten Wohnungs­märkten nicht mehr als zehn Prozent oberhalb der orts­üblichen Vergleichs­miete liegen darf.

Der eigentliche Vermieter steht bei der Unter­vermietung in keiner vertraglichen Beziehung zu den Unter­mietern, sondern kann Ansprüche nur gegen den Hauptmieter geltend machen.

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Die Versicherungsseite: So sollten sich WG-Bewohner absichern

Auch in Wohn­gemeinschaften können Schäden und ihre Folgen dazu führen, dass die Haupt- oder Untermieter finanziell spürbare Belastungen zu tragen haben. „Besonders wichtig ist daher bereits hier ein umfassender Versicherungs­schutz“, sagt Claudia Frenz vom Bund der Versicherten. Relevant sind vor allem Hausrat- und Privat­haftpflicht­versicherung.

Frenz betont, dass die Außen­versicherung der elterlichen Hausrat­versicherung für ihre Kinder greift, solange sie keinen eigenen Hausstand gegründet haben. Das ist etwa bei Bewohnern von Wohnheimen und Studenten­unterkünften der Fall. Die Außen­versicherung ist in der Regel in jeder Hausrat­versicherung enthalten und schützt das Eigentum der Versicherten außerhalb des Wohnorts. Versicherte Kinder sollten allerdings beachten, dass die Deckungs­summe der Außen­versicherung meist begrenzt ist.

Die Privathaft­pflicht sollte zwar vorhanden sein, allerdings nicht für Klein­schäden, die die eigene Existenz nicht bedrohen, genutzt werden. Hintergrund ist laut dem Bund der Versicherten, dass der Versicherer nach jedem Schaden kündigen kann - und von diesem Recht auch regelmäßig Gebrauch macht. Durch den häufig vereinbarten Selbst­behalt von 150 bis 500 Euro leistet die Privathaft­pflicht ohnehin erst, wenn dieser Betrag überschritten wurde.

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Ein- und Auszug: Wer bestimmt hierüber?

Wer in die Wohnung ein- oder auszieht, entscheide bei der Unter­vermietung immer der Hauptmieter, sagt Wibke Werner. Andere Untermieter hätten kein Mit­sprache­recht. Lediglich der Vermieter muss zustimmen. Klar ist aber, dass hier die allgemeinen Vorgaben zur Kündigungs­frist gelten und in der Regel auch ein Kündigungs­grund vorliegen muss.

Sind alle Bewohner gleich­zeitig Hauptmieter, kommt es durch den Auszug einer und den Einzug einer anderen Person zu einer Änderung des Miet­vertrags. Das erfordert die Zustimmung aller Vertrags­partner - also sowohl die des Vermieters, die des bleibenden und gegebenenfalls auch die des ausziehenden Mieters.

Abnutzung, Beschädigung und Co: Wer muss für die Kosten aufkommen?

Für Schäden aller Art haften immer die Vertrags­partner des Vermieters. Bei einer Unter­vermietung kann sich der Hauptmieter mit seinen Forderungen also an die Untermieter wenden. Sind alle Bewohnerinnen und Bewohner auch Vertrags­partner des Haupt­vermieters, haften sie als Gesamt­schuldner. Der Ausgleich untereinander bleibe, wie bei der Miete selbst, Sache der Mieter, so Wibke Werner.

Bei Gesamt­schuldnern gilt also, dass der Vermieter für einen Schaden, den Mieter A verursacht hat, auch Mieter B oder C in Anspruch nehmen kann. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird er sich mit einem gemeinsamen Schreiben aber an alle Vertrags­partner wenden. Ein gesundes Vertrauens­verhältnis zwischen den Bewohnern verhindert interne Streitig­keiten.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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