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Immobilienrecht und Mietrecht | 24.04.2018

Mietmangel

Mietminderung: Starke Zugluft im Passivhaus stellt Mietmangel dar

Mangel recht­fertigt ganz­jährige Miet­minderung von zehn Prozent

(Amtsgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 18.08.2017, Az. 33 C 1251/17 (76))

Passiv­häuser sind häufig mit Lüftungs­anlagen ausgestattet. Sie sollen für stetig frische Luft sorgen. Doch zieht es zu sehr, kann das ein Mangel sein, der eine Miet­minderung recht­fertigt.

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In Passiv­häusern müssen Bewohner mit einem gewissen Maß an Zugluft leben. Denn das lässt sich bei einer Lüftungs­anlage mit Wärmerück­gewinnung konstruktions­bedingt nicht gänzlich vermeiden. Zieht es allerdings zu sehr, kann das unter Umständen als Mangel gelten, entschied das Amtsgericht Frankfurt am Main (Amtsgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 18.08.2017, Az. 33 C 1251/17 (76)).

Wurden die Mängel an der Lüftungs­anlage durch eine nicht korrekte Regulierung der Anlage und ungeeignete Zugluftdurchlässe verursacht, ist eine Miet­minderung von zehn Prozent gerechtfertigt. Und das nicht nur in den Winter­monaten, sondern ganzjährig.

Vermieter erkennt starke Zugluft in Passivhaus nicht als Mangel an

In dem verhandelten Fall hatten die Mieter eine Wohnung in einem Passivhaus gemietet. Im Winter beklagten sie sich über starke Zugluft im Wohn-/Arbeits- und Schlaf­zimmer. Ein Aufenthalt sei in den Räumen in dieser Jahreszeit zeitweise unerträglich - trotz eingeschalteter Fußboden­heizung. Die Miete zahlten die Mieter daher nur unter Vorbehalt. Eine von den Vermietern beauftragte Firma stellte ebenfalls eine starke Luftzufuhr fest. Die Vermieter wollten das aber dennoch nicht als Mangel anerkennen. So landete der Fall vor Gericht.

Ganzjährige Mietminderung von zehn Prozent gerechtfertigt

Das Amtsgericht Frankfurt am Main sprach den Mietern eine Miet­minderung von zehn Prozent zu. Zwar könne in Passiv­häusern die vorgegebene Raum­temperatur in den jeweiligen Wohnungen nur in sehr geringem Maße verändert werden. In dem vorliegenden Fall gehe diese Ein­schränkung aber über das erwartbare und hinzunehmende Maß hinaus. Das habe das Gutachten ergeben. Im Winter werde Kaltluft in die Räume geleitet. Insbesondere im Arbeits­zimmer entspreche die Zugluft „bei weitem nicht den einschlägigen Behaglichkeits­kriterien“. Der Mangel zeige sich zwar besonders im Winter, liege aber ganzjährig vor. Daher sei die Minderung durchgängig anzusetzen.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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