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Haftungsrecht und Verkehrsrecht | 02.08.2022

Unfall mit Abbieger

Motorrad überholt Kolonne: Wer haftet bei Unfall mit Abbieger?

Haftungs­verteilung von 75 % zu 25 % zu Lasten des Abbiegenden

(Oberlandesgericht Celle, Urteil vom 08.06.2022, Az. 14 U 118/21)

Lange und langsame Kolonnen voraus können heraus­fordernd sein. Wer zum Überholen ansetzt, muss aber sicher sein, dabei niemanden zu gefährden. Was aber, wenn einer aus der Kolonne plötzlich ausschert?

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Wer zum Abbiegen ansetzt, muss sicher sein, dass dadurch keine anderen Verkehrs­teilnehmer gefährdet werden. Kommt es durch Vernachlässigen der Rückschau­pflicht zu einem Unfall mit einem Über­holenden, muss der Abbiegende überwiegend haften. Das veranschaulicht ein Urteil des Ober­landes­gerichts Celle (Az.: 14 U 118/21).

Motorrad überholt Kolonne

Ein Motorrad­fahrer war auf einer geraden und gut einsehbaren Bundes­straße unterwegs. Vor ihm befand sich eine Kolonne, die sich hinter einem langsam fahrenden Fahrzeug gebildet hatte. Der Biker entschloss sich, etwa neun bis zehn Fahrzeuge zu überholen.

Linksabbieger ohne Schulterblick

Während des Überholens setzte ein weiter vorn Fahrender ohne Schulter­blick zum Abbiegen nach links an, übersah das von hinten nahende Motorrad und stieß mit diesem zusammen. Im Nachgang forderten beide von der jeweils anderen Partei Schaden­ersatz.

Der Links­abbieger war der Meinung, dass der Motorrad­fahrer bei so einer langen Kolonne nicht hätte überholen dürfen und sah darin eine unklare Verkehrs­lage. Der Biker wiederum wertete das Abbiegen ohne Schulter­blick als entscheidende Ursache für den Unfall. Die Sache ging vor Gericht.

Hauptschuld liegt beim Abbiegenden

Das Gericht sah die Hauptschuld beim Abbiegenden. Der Motorrad­fahrer hätte auf der geraden, gut einsehbaren Strecke beim Überholv­organg gut erkannt werden können. Unklar wäre die Verkehrs­lage nur gewesen, wenn nicht verlässlich zu beurteilen gewesen wäre, was Voraus­fahrende tun würden. Zumal der Motorrad­fahrer schon beim Überholen war, als sich der Autofahrer zum Abbiegen entschloss und den Blinker setzte.

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Mithaftung des Überholenden aufgrund Betriebsgefahr seines Fahrzeugs

Nicht der Rückschau­pflicht nach­gekommen zu sein, wog in den Augen des Gerichts so schwer, dass der Autofahrer zu 75 Prozent haften musste. Er hatte demnach damit rechnen müssen, dass sich bei so einer langen Kolonne schon jemand von hinten näherte. Die 25 Prozent für den Biker resultierten aus der Betriebs­gefahr des Motorrades.

Quelle: dpa/DAWR/ab

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