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Reiserecht | 16.11.2016

Reise­rücktritt

Nach Todesfall: Hohe Storno­kosten beim Reise­rücktritt

Trauer stellt keine unerwartet schwere Erkrankung dar

(Amtsgericht München, Urteil vom 20.08.2015, Az. 233 C 26770/14)

Der Partner stirbt, und eine geplante gemeinsame Reise wird aufgegeben: In diesem Fall drohen beim Reise­rücktritt hohe Storno­kosten. Denn auch wenn die Trauer des Hinter­bliebenen unbeschreiblich groß ist, gilt das rechtlich nicht als unerwartet schwere Erkrankung. Und deshalb zahlt die Reise­rücktritts­versicherung auch nicht unbedingt die Kosten, wie ein Urteil des Amts­gerichts München zeigt (Amtsgericht München, Urteil vom 20.08.2015, Az. 233 C 26770/14).

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Reiseveranstalter verlangt 3.441,60 Euro

In dem verhandelten Fall hatte die Klägerin für sich und ihren Ehemann eine Reise für 5.736 Euro gebucht. Sie schloss bei der Beklagten eine Reise­rücktritts­versicherung für sich, ihren Gatten und zwei weitere Personen ab. In der Nacht drauf starb der Mann. Die Versicherung nahm den Vertrag erst einige Tage später an - ohne vom Tod des Mannes zu wissen. Die Klägerin stornierte die Reise, der Veranstalter stellte 3.441,60 Euro in Rechnung.

Trauer ist keine Krankheit

Von der Versicherung bekam die Frau das Geld nicht zurück. Die Trauer der Klägerin sei keine unerwartet schwere Erkrankung, entschied das Gericht. Eine Arzt hatte der Frau zwar eine schwere psychosoziale Belastungs­reaktion attestiert - diese sei aber nur eine Umschreibung einer Trauerphase, so das Urteil. Ärztliche Behandlung bekam die Klägerin nicht. Hinzu kam, dass die Frau die Versicherung über den Tod ihres Mannes hätte informieren müssen. So musste die Versicherung nicht für die Storno­gebühren aufkommen.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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