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Verkehrsrecht | 18.01.2016

Alkoholfahrt?

Nachtrunk: Als Autofahrer kann Alkohol auch nach einem Unfall eine Pflichtverletzung darstellen

Griff zur Flasche nach einem Unfall kann Folgen haben
(Oberlandesgericht Frankfurt/Main, Beschluss vom 24.07.2014, Az. 3 U 66/13)

Alkohol am Steuer ist tabu. Auch nach einem Unfall kann der Griff zur Flasche unangenehme Folgen haben. Denn so kann schnell der Verdacht entstehen, es gebe etwas zu verbergen.

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Griff zur Flasche nach einem Unfall kann Folgen haben

Ein Unfall kann für alle Beteiligten ein großer Schreck sein. Allerdings sollten sie danach nicht einfach zur Flasche greifen, um sich zu beruhigen. Das gilt insbesondere dann, wenn möglicherweise ohnehin wegen einer Alkoholfahrt ermittelt werden wird. In diesem Fall liegt nämlich der Verdacht nahe, dass der Betroffene die Ermittlung seiner Blutalkoholkonzentration zum Unfallzeitpunkt erschweren will. Entsprechend hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (Az.: 3 U 66/13) die Sachlage eingeschätzt.

Unfall mit Fahrerflucht, dann der Griff zur Flasche - Versicherung zahlte nicht

In dem verhandelten Fall war ein Mann nachts gegen einen abgestellten Anhänger gefahren. Nachdem er mit einer Person gesprochen hatte, fuhr er weg, ohne seine Personalien zu hinterlassen. Zu Hause verständigte er später die Polizei. Bei dem Mann wurden 1,84 Promille festgestellt. Der Betroffene behauptete, zu Hause wegen des „Schocks“ zwei Bier und zwei Schnäpse getrunken zu haben. Da die Versicherung nicht zahlen wollte, klagte er.

OLG: Versicherung muss nicht zahlen

Ohne Erfolg. Für das Gericht lag eine Alkoholfahrt vor. Die Versicherung habe nicht zahlen müssen. Es lägen zwei Obliegenheitsverletzungen vor: zum einen die Unfallflucht und zum anderen der sogenannte Nachtrunk. Dieser sei eine Pflichtverletzung, wenn polizeiliche Ermittlungen zu erwarten seien. Da er die Polizei verständigt habe, war dies der Fall. Den Nachtrunk habe er behauptet, um die Feststellung seiner Alkoholisierung zu erschweren, so die Überzeugung der Richter.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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