wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollstndig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
Suche
Anwalt gesucht?
Anwalt gefunden!
Sie haben ein rechtliches Problem? Eine individuelle Rechtsfrage? Streit mit dem Nachbarn, Chef oder Ämtern?Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich den fachkundigen Rat eines Rechtsanwalts.Hier im Deutschen Anwaltsregister finden Sie immer den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.Nutzen Síe Ihr Recht!

Verbraucherrecht | 19.02.2021

Online-Handel

OLG-Urteil: Auch Amazon muss Herkunft von Obst und Gemüse angeben

EU-Markt­richtlinie gilt für alle

Jeder Supermarkt vor Ort muss den Verbrauchern sagen, woher das Obst und Gemüse in der Auslage stammt. So schreibt es das Gesetz vor. Geht aber nicht beim Online-Versand, behauptete Amazon vor Gericht. Und zahlt jetzt Lehrgeld.

Werbung

Das Gesetz gilt für alle

Deshalb muss auch der Online-Händler Amazon seinen Kunden bei der Bestellung von frischem Obst und Gemüse das Herkunfts­land angeben, genauso wie der Supermarkt um die Ecke und der Händler auf dem Wochenmarkt. Das hat das Oberlandes­gericht München am Donnerstag klargestellt und ein Urteil des Land­gerichts München bestätigt.

Die Richter machten kurzen Prozess und verkündeten ihr Urteil schon nach zweistündiger Verhandlung: Berufung abgewiesen! Wie der Senats­vorsitzende Andreas Müller erklärte, müssen Lebens­mittel­händler den Verbrauchern das Land angegeben, in dem das Obst und Gemüse geerntet wurde. Diese trans­parente Produkt­information schreibe eine EU-Verordnung zum Schutz der Verbraucher vor.

Diverse mögliche Herkunftsländer keine zulässige Angabe

Die Angabe, dass die Weintrauben aus Italien oder Brasilien oder Indien oder 10 anderen Ländern kommen, verstoße gegen diese Vorgaben. „Vielleicht möchte ich im Herbst Weintrauben aus einem europäischen Land haben und nicht aus Südafrika“, sagte der Richter. Ebenso verstoße es gegen das Gesetz, wenn Mangos aus dem Senegal bestellt, dann aber Mangos aus Israel geliefert würden.

Geklagt hatte der Verbraucherschutzverein Foodwatch

Der Verbraucher­schutz­verein Foodwatch hatte genau das bei Testkäufen fest­gestellt und Amazon verklagt. Amazon argumentierte dagegen, dass die Angabe von nur einem Ursprungs­land im Online-Lebens­mittel­handel gar nicht möglich sei. Dass kein einziger Lebens­mittel-Online­händler die Vorgaben erfülle. Und dass die Kunden das auch gar nicht erwarten würden. Wenn Erdbeeren für ein Fest in drei Wochen bestellt würden, hänge es vom Wetter und der Ernte ab, woher die Ware letztendlich komme, sagte die Amazon-Anwältin.

LG: EU-Marktrichtlinie gilt für alle

So geht's nicht, hatte schon das Landgericht dem Konzern ins Stammbuch geschrieben: Die EU-Markt­richtlinie gelte für alle, und wenn das Amazon-Geschäfts­modell damit nicht funktioniere, müsse der Online-Händler sein Geschäfts­modell eben ändern und nicht umgekehrt.

Werbung

Amazon hat Verkaufsmodell umgestellt

Dass das - anders als zunächst behauptet - auch geht, hat Amazon inzwischen gezeigt. Wie die Anwältin des Unternehmens vor Gericht sagte, gibt Amazon fresh jetzt ein konkretes Ursprungs­land an. Allerdings könnten Kunden jetzt nur noch drei Tage im Voraus bestellen, das Angebot sei kleiner geworden, und „die Verkaufs­menge ist um über 20 Prozent gesunken“.

Online-Lebensmittelhandel schwieriges Geschäft

Ein harter Schlag, denn nach Einschätzung des Kölner Handels­forschungs­instituts EHI verdient in Deutschland noch niemand Geld mit dem Online-Lebens­mittel­handel - von Spezialisten wie Wein­versendern abgesehen. Deshalb tummeln sich auch nur wenige auf diesem Feld. Während im Einzel­handel vor Ort die Super­märkte und Discounter die größten Umsätze machen, ist es in der Online-Welt genau umgekehrt: Da sind die Lebens­mittel­händler die Zwerge mit knapp zwei Prozent Geschäfts­anteil.

„Voll­sortimenter wie Rewe oder Amazon fresh gibt es ganz wenige. Frisches Obst und Gemüse, tief­gekühlten Fisch zu verschicken, das ist anspruchs­voll“, sagt Lars Hofacker, Leiter des EHI-Forschungs­bereichs E-Commerce. „Wenn der Ravioli-Hersteller das Rezept ändert, kann das der Käufer auf der Dose nachlesen. Online ist das viel komplexer.“ Dabei gehe es auch um Fragen der Haftung, zum Beispiel bei Allergien „Die Rewes und Edekas gehen da sehr gewissenhaft vor. Start-ups scheinen da manchmal, nun - pragmatischer zu verfahren.“

Die Online-Voll­sortimenter sind vor allem in Großs­tädten unterwegs, wo es auch viele Läden gibt. Als Amazon vor vier Jahren angekündigt hatte, mit Lebens­mitteln auf den Markt zu kommen, habe mancher gesagt: „Jetzt ändert sich alles! Aber das ist noch nicht passiert“, sagt Hofacker. „Verbraucher und Händler nähern sich dem Thema immer noch an.“ Immerhin gibt es in Deutschland rund 37.000 Lebens­mittel­läden und unzählige Bauern- und Wochen­märkte.

Werbung

Umsatz durch Corona gestiegen

Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz der Online-Lebens­mittel­händler laut Bundes­verband E-Commerce und Versand­handel (bevh) von 1,6 auf 2,7 Milliarden Euro. Die Corona-Pandemie habe ihnen neue Kunden gebracht. „Manche Ältere, die nicht in einen Laden gehen wollten, haben gelernt: Das ist eine Option, wenn man mal nicht mehr so mobil ist“, sagt Hofacker. „Nach Corona dürfte der Online-Handel mit Lebens­mitteln auf einem höheren Niveau weiter­wachsen.“

Quelle: dpa/DAWR/ab
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0





       Sie sind Anwalt?! Werden Sie ein Teil vom Deutschen Anwaltsregister (DAWR) und stellen Sie sich und Ihre Kanzlei ausführlich vor!Profitieren Sie von der großen Reichweite des DAWR und seiner Partnerportale.Klicken Sie hier und nutzen Sie jetzt Ihre Gelegenheit
auf mehr Mandate aus dem Internet!

#8039

URL dieses Artikels: https://www.dawr/d8039
 für RechtsanwälteEin Kanzleiprofil beim DAWR kann auch Ihnen helfen!