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Erbrecht | 17.10.2017

Testament

OLG Köln: Testament darf auch mit schreib­ungewohnter Hand geschrieben werden

Von Rechts­händer mit der linken Hand geschriebenes Testament ist wirksam

(Oberlandesgericht Köln , Beschluss vom 03.08.2017, Az. 2 Wx 149/17)

Ein Testament muss handschriftlich verfasst werden. Doch was, wenn der Erblasser gesund­heitlich nicht mehr in der Lage ist, mit der gewohnten Hand zu schreiben? Darf er dann auch zum Beispiel statt der rechten Hand die linke Hand nutzen?

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Ein handschriftliches Testament kann auch gelten, wenn der Erblasser es nicht mit der gewohnten Hand verfasst hat. Entscheidend ist, ob es glaubhaft ist, dass das Schrift­stück tatsächlich vom Erblasser geschrieben wurde. Das geht aus einer Entscheidung des Ober­landes­gerichts Köln hervor (Az.: 2 Wx 149/17). Das Schriftbild muss dabei nicht notwendigerweise unregelmäßig sein. Denn es gibt Menschen, die mit ihrer schreib­ungewohnten Hand ein regelmäßiges Schriftbild erzeugen können.

Geschwister zweifeln an vorgelegten Testamenten

In dem Fall ging es um den Nachlass eines Mannes, der kurz vor seinem Tod an Lähmungen am rechten Arm litt. Dem Nachlass­gericht wurden zwei als Testament überschriebene und mit dem Namen des Erblassers unterzeichnete Schrift­stücke vorgelegt, von denen eines die Nachbarn und das andere einen Verwandten des Verstorbenen als Erben bezeichnete. Die Geschwister hielten beide Testamente für unecht und sahen sich daher als rechtmäßige Erben.

Nachbarn begünstigendes Testament gültig

Den Erbschein bekamen schließlich die Nachbarn. Für die Gerichte stand fest, dass das die Nachbarn begünstigende Testament den gültigen letzten Willen des Erblassers beinhaltet. Wegen der Lähmung der rechten Hand sei dieses zwar mit der linken Hand geschrieben worden. Ein Zeuge habe aber glaubhaft bestätigt, bei der Abfassung des Testaments dabei gewesen zu sein. Das Argument der Gegenseite, wonach ein mit einer schreib­ungewohnten Hand geschriebenes Testament wesentlich un­regelmäßiger aussehen müsste, blieb vor diesem Hintergrund ohne Erfolg. Denn es gibt Menschen, die mit ihrer schreib­ungewohnten Hand ein regelmäßiges Schriftbild erzeugen können.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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