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Erbrecht | 29.10.2018

Testamentsvollstrecker

OLG München: Testamentsvollstrecker ist an Anordnungen im Testament gebunden

Zustimmung des Miterben für Wirksamkeit der Vollstreckung nicht erforderlich

(Oberlandesgericht München, Hinweisbeschluss vom 29.08.2018, Az. 8 U 3464/17)

Verteilt ein Erblasser seinen Nachlass auf mehrere Erben, ist der Testamentsvollstrecker an diese Anordnung im Testament gebunden. Das gilt auch, wenn sich die Erben zunächst einvernehmlich auf etwas anders einigen, sich dann aber eine Miterbin um entscheidet. Das geht aus einer Entscheidung des Oberlandesgerichtes München hervor (Az.: 8 U 3464/17).

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Streit um Verkauf eines Grundstücks

Die Erblasserin hatte in dem verhandelten Fall in ihrem Testament festgelegt, dass ihre beiden Kinder ein Grundstück jeweils zur Hälfte als Vorausvermächtnis bekommen sollen. Die beiden Kinder waren zunächst mit dem Vorschlag des Testamentsvollstreckers einverstanden, das Grundstück zu veräußern. Doch dann widerrief die Tochter ihr Einverständnis. Sie wollte den Verkauf des Grundstückes verhindern und klagte.

Testamentsvollstrecker ist an Teilungsanordnung der Erblasserin gebunden

Die Richter entscheiden: Der Testamentsvollstrecker muss sich an die Teilungsanordnung der Erblasserin halten und diese in eigener Verantwortung auslegen und beachten. Damit der Widerruf wirksam ist, ist in diesem Fall keine Zustimmung des anderen Miterben erforderlich, da die Miterbin den Nachlass nicht verwaltet. Dies ist die Aufgabe des Testamentsvollstreckers. Damit ist er wieder an die Teilungsanordnung der Erblasserin gebunden und darf die Immobilie nicht verwerten.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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