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Strafrecht und Verkehrsrecht | 10.08.2018

Nächtlicher Traktor­unfall

OLG Oldenburg: Trecker­gespann muss nachts gut beleuchtet sein

Für landwirtschaftliche Gespanne besteht beim nächtlichen Abbiegen eine verschärfte Verkehrs­sicherungs­pflicht

(Oberlandesgericht Oldenburg, Urteil vom 13.11.2017, Az. 1 Ss 206/17)

Links­abbieger müssen besonders sorgfältig sein, das gilt auch für Trecker­fahrer. Doch insbesondere wenn diese nachts und als extrem langsames Gespann unterwegs sind, stellen sich noch höhere Anforderungen an sie. Denn kommt es ansonsten zu einem Unfall, müssen sie im Einzelfall mit einer Verurteilung wegen fahr­lässiger Körper­verletzung rechnen. Das zeigt ein Urteil des Oberlandes­gericht Oldenburg (Az.: 1 Ss 206/17).

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Unfall mit Traktor bei Nacht

Im konkreten Fall fuhr ein Bauer kurz nach Mitternacht mit seinem Trecker und zwei Anhängern von einem Feld nach links auf eine Landstraße. Ein entgegen­kommendes Auto konnte nicht mehr bremsen und stieß mit dem zweiten Anhänger zusammen, der noch quer zur Fahrbahn stand. Der Mann am Pkw-Steuer zog sich dabei schwere Verletzungen zu. Die zuständige Staats­anwaltschaft verklagte den Traktor­fahrer wegen fahr­lässiger Körper­verletzung.

OLG: Gespann hätte zumindest seitlich beleuchtet werden müssen

Das Gericht teilte diese Ansicht. Das Gespann war hier ganz besonders langsam auf die Straße gerollt. Denn es sei erwiesen, dass der Autofahrer die Schein­werfer des Traktors bereits nach einer Kurve gesehen hatte - der Zusammen­stoß passierte aber erst 20 Sekunden später. Daher und aufgrund der Dunkelheit habe eine außergewöhnliche Gefahren­situation vorgelegen. Die normalerweise bereits erhöhten Sorgfalts­pflichten von Links­abbiegern hätten hier noch erweitert werden müssen - so hätte der Bauer zum Beispiel sein Gespann auch seitlich beleuchten müssen.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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