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Familienrecht | 06.09.2017

Sorgerecht

OLG Schleswig-Holstein: Sorgerecht kann unter bestimmen Voraus­setzungen zurück übertragen werden

Voraussetzung dafür ist unter anderem Nachweis der Erziehungs­fähigkeit

(Oberlandesgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 31.01.2017, Az. 8 UF 81/16)

Auch wenn Eltern vorläufig das Sorgerecht entzogen wurde, kann das Kind unter Umständen zu ihnen zurück­kehren. Eine Voraussetzung dafür ist der Nachweis der Erziehungs­fähigkeit. Das hat das Schleswig-Holsteinische Oberlandes­gericht entschieden (Az.: 8 UF 81/16).

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Eltern wird Sorgerecht vorläufig entzogen

In dem verhandelten Fall war das Baby wegen Krampf­anfällen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Es bestand der Verdacht, dass die Eltern es womöglich geschüttelt hatten. Mutter und Vater, beide arbeitslos, lebten in einer verdreckten Wohnung und stritten ständig. Das Familien­gericht entzog über eine einstweilige Anordnung den Eltern vorläufig das Sorgerecht. Der kleine Junge lebte zunächst neun Monate bei einer Bereitschafts­pflege­mutter, dann bei Pflege­vätern, die eine Lebens­partnerschaft begründet hatten. Die Mutter hatte sich inzwischen von dem Vater des Kinds getrennt und war in Vollzeit berufstätig. Sie wollte, dass ihr Sohn wieder bei ihr lebt.

Gericht: Keine Gefährdung erkennbar

Vor Gericht hatte sie Erfolg. Die Richter konnten darin keine Gefährdung für das körperliche, geistige oder seelische Wohl des Jungen feststellen. Die Mutter lebe jetzt ganz anders: Sie wohne alleine in einer sehr sauberen Wohnung, arbeite in Vollzeit, mache darüber hinaus eine berufs­begleitende Fortbildung und besuche regelmäßig ihren kleinen Sohn.

Richter folgen Rat des Gutachters

Auch wenn sich der Junge zweifelsfrei bei seinen beiden Pflege­vätern sehr gut entwickeln würde, sei das nicht entscheidend. Die Richter folgten dem Gutachter, der dargelegt hatte, dass wegen des notwendigen Bindungs­aufbaus das Kind jetzt wieder zu seiner Mutter müsse. Bei einem späteren Zeitpunkt würde das Kind Schaden nehmen.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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