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Erbrecht | 21.10.2021

Erbfall

Pflichtteilsberechtigte haben Anspruch auf Wert­ermittlung

Anspruch auf Wert­ermittlung auch nach Veräußerung eines Erbstücks

Um welche Summe geht es? Erben müssen Pflichtteilsberechtigten Auskunft über den Wert der Nachlass­gegenstände geben. Unter Umständen auch, wenn sie bereits verkauft wurden.

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Pflichtteilsberechtigte können verlangen, dass Erben ihnen Auskunft über den Bestand des Nachlasses geben. Dabei muss der Wert der Nachlass­gegenstände ermittelt werden. Das kann auch dann gelten, wenn ein Nachlass­gegenstand vom Erben nach dem Erbfall veräußert wurde, entschied der Bundes­gerichts­hof (BGH) (Az.: IV ZR 328/20). Andernfalls haben Pflichtteilsberechtigte keine Möglichkeit nach­zuweisen, dass eine Immobilie unter Wert verkauft wurde und der Pflichtteil damit zu gering ausfiel.

Grundstück wurde von Erben verkauft

In dem verhandelten Fall hatte der Erblasser ein Grundstück an mehrere Erben vererbt. Für das Grundstück gab es verschiedene Wert­gutachten, die zwischen 58 000 Euro und 245 000 Euro schwankten. Die Erben veräußerten das Grundstück schließlich für 65.000 Euro.

Die Tochter des Erblassers bekam als Pflichtteil rund 33.400 Euro. Dennoch wollte die Frau unabhängig von der Veräußerung den Verkehrs­wert des Grund­stückes zum Zeitpunkt des Erbfalles ermitteln lassen. Die Erben lehnten das ab.

Klägerin hat schutzwürdiges Interesse

Das Urteil: Der Klägerin steht ein Anspruch auf Wert­ermittlung zu, befand der BGH. Der Pflichtteilsberechtigte hat an einer derartigen Wert­ermittlung ein schutz­würdiges Interesse. Und zwar, wenn die vom Erben vorgelegten Unterlagen und Auskünfte nicht ausreichen, um sich ein Bild über den Wert des Nachlass­gegenstandes zu machen. Die in diesem Fall eingeholten Sachverständigen­gutachten und auch der Verkaufs­preis variieren in ihren Werten deutlich.

Verkauft ändert nichts am Anspruch

Dass das Grundstück bereits verkauft wurde, ändert an dem Anspruch nichts. Denn andernfalls könne ein Pflichtteilsberechtigter nicht nachweisen, dass der Veräußerungs­erlös nicht dem Verkehrs­wert entspricht. Allerdings müsse das Gutachten nicht von einem öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen erstellt werden. Maßgebend sei alleine, dass der Wert des Nachlass­gegenstandes durch einen un­parteiischen Sachverständigen ermittelt werde.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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