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Arbeitsrecht und Sozialrecht | 10.01.2018

Arbeits­unfall

Prügelei auf dem Heimweg mit Kollegen kann Arbeits­unfall sein

Streit muss im Zusammenhang mit Heimweg stehen

(Landessozialgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 22.11.2017, Az. L 1 U 1277/17)

Wird ein Arbeit­nehmer auf dem Heimweg von einem Kollegen geschlagen, kann ein Arbeits­unfall vorliegen. Voraussetzung ist, dass der Streit im Zusammenhang mit dem Heimweg stand. So entschied das Landes­sozial­gerichts Baden-Württemberg in einem Urteil (Landessozialgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 22.11.2017, Az. L 1 U 1277/17).

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Ein Arbeiter fuhr nach dem Einsatz auf einer Baustelle mit dem Firmen­transporter zurück. Seine Aufgabe war es auch, mehrere Kollegen mit zurückzunehmen. Im Wagen kam es zum Streit, ob man wegen der verschwitzten Kleidung die Fenster öffnen oder besser die Zugluft vermeiden solle. Als der eine Kollege schließlich vom Fahrer abgesetzt wurde, eskalierte die Situation. Der Kollege öffnete die Beifahrer­tür, so dass der Fahrer aussteigen musste, um diese wieder zu schließen. Dabei griff ihn der Kollege an.

Berufsgenossenschaft lehnt Anerkennung als Arbeitsunfalls ab

Der Fahrer wurde dabei schwer verletzt und der Täter später wegen vorsätzlicher Körper­verletzung zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Berufs­genossen­schaft lehnte gegenüber dem Fahrer die Anerkennung eines Arbeits­unfalls ab. Sie meinte, der Streit sei aus persönlichen Differenzen eskaliert.

Direkter Nachhauseweg fällt unter Schutz der gesetzlichen Wegeunfallversicherung

Das sah das Landes­sozial­gericht Baden-Württemberg anders. Der direkte Nach­hause­weg von der Arbeits­stätte zur Wohnung stehe unter dem Schutz der gesetzlichen Wege­unfall­versicherung. Dieser Schutz sei hier nicht unter­brochen worden. Die Ursachen des Streits seien nicht im privaten Bereich begründet gewesen, sondern in der versicherten Tätigkeit des Klägers als Fahrer.

Quelle: dpa/DAWR/ab

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