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Immobilienrecht und Mietrecht | 09.02.2016

Räumungs­titel

Räumung einer Wohnung: Für volljährige Kinder wird kein eigener Räumungs­titel benötigt

In bestimmten Fall­konstellationen kann aber auch für das Kind ein Räumungs­titel erforderlich sein

(Amtsgericht Wiesbaden, Urteil vom 21.05.2015, Az. 92 C 1677/15)

Ein Räumungs­titel gegen Mieter kann nicht immer sofort vollstreckt werden. Das ist oft der Fall, wenn sich Personen in der Wohnung aufhalten, die im Urteil nicht erwähnt werden. Anders ist das aber häufig bei Kindern: Sie brauchen keinen eigenen Räumungs­titel. Muss eine Mietwohnung nach einer rechts­wirksamen Kündigung geräumt werden, gilt das in der Regel auch für volljährige Kinder. Das geht zumindest aus einer Entscheidung des Amts­gerichts Wiesbaden hervor (Az.: 92 C 1677/15).

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Etwas anderes kann nur gelten, wenn erkennbar ist, dass das Kind aufgrund eines mit den Eltern abgeschlossenen Vertrages einen abgegrenzten Teil der elterlichen Wohnung bewohnt. Dann muss ein Titel zur Räumung auch gegen das Kind vorliegen.

Mieterin wohnte gemeinsam mit ihrem Sohn in der Wohnung und wehrte sich aus diesem Grund gegen den Räumungstitel

In dem verhandelten Fall hatte sich die Mutter gegen die Räumung ihrer Wohnung gewehrt. Die Begründung: Sie lebe in der Wohnung gemeinsam mit ihrem Sohn. Der Gerichts­vollzieher hatte daraufhin den Räumungs­termin aufgehoben. Gegen diese Entscheidung wehrte sich der Vermieter und beantragte in einem beschleunigten Verfahren, den Titel auch gegen den Sohn zu erweitern.

Richter: Extra Räumungstitel für den Sohn ist nicht erforderlich

Die Richter erklärten letztlich, dass ein solcher Antrag nicht erforderlich ist. Denn bei dem Sohn handelt es sich nicht um einen Dritten. Ein selbstständiges Recht zum Besitz besteht weder für das minder­jährige noch für das volljährige Kind. Soweit erwachsene Kinder noch in der elterlichen Wohnung wohnen, stehen sie in einem sozialen Abhängigkeits­verhältnis von den Eltern - vor allem, wenn sie sich noch in der Berufsaus­bildung befinden. Gerade das ist oftmals der Grund, warum die erwachsenen Kinder noch in der elterlichen Wohnung leben.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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