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Reiserecht und Versicherungsrecht | 05.03.2016

Reise­rücktritt

Reise­rücktritts­versicherung: Tod eines Partners kein Reise­rücktritts­grund

Trauer ist eine normale Folge des Versterbens und stellt keine unerwartete schwere Erkrankung dar

(Amtsgericht München, Urteil vom 20.08.2015, Az. 233 C 26770/14)

Wenn der Ehepartner stirbt, ist das nach Auffassung des Amts­gerichts München kein Grund für den Rücktritt von einer gemeinsam geplanten Reise. Die Trauer sei keine unerwartet schwere Erkrankung im Sinn der Reise­rücktritts­bedingungen.

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„Die (schwere) Trauer ist vielmehr als ganz normale Folge des Versterbens eines nahen Angehörigen zu sehen.“ Die Reise­rücktritts­versicherung müsse nicht zahlen. „Die Klägerin zeigte nachvollziehbarerweise eine akute Belastungs­reaktion - mithin einen psychischen Schock. Dies ist jedoch keine psychische Störung im Sinne eines regel­widrigen Zustandes.“

Der Fall:

Geklagt hatte eine Frau aus Straubing, die für sich und ihren Mann für den Juni 2014 eine zehntägige Schiffs­reise von Paris in die Normandie für mehr als 5700 Euro gebucht hatte. Am 30. April 2014 beantragte sie die Reise­rücktritts­versicherung für sich selbst, ihren Ehemann und zwei weitere Reisende. In der Nacht darauf starb ihr Mann völlig unerwartet. Die Versicherung nahm den Antrag der Klägerin rund eine Woche später an - nicht wissend, dass der Ehemann gestorben war. Die Klägerin stornierte die Reise am 20. Mai 2014.

Berechnete Stornogebühren wollte die Witwe von der Versicherung erstattet haben

Die Frau gab an, sie habe nach dem Tod ihres Mannes an einer schweren psychosozialen Belastungs­störung gelitten, wodurch der Reise­antritt unmöglich gewesen sei. Der Veranstalter berechnete Storno­gebühren in Höhe von knapp 3500 Euro. Diese verlangte die Witwe von der Versicherung zurück - die weigerte sich jedoch, zu zahlen. Nach Auffassung des Gerichts muss sie das auch nicht.

Wie eine Gerichts­sprecherin sagte, wäre das Urteil auch so ausgefallen, wenn die Frau die Versicherung früher abgeschlossen hätte. Das Urteil ist rechts­kräftig (Akten­zeichen 233 C 26770/14).

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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