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Arbeitsrecht | 19.10.2018

Dienstreise ins Ausland

Reisezeit ist Arbeitszeit: Anspruch auf Vergütung von Reisezeiten bei Auslands­entsendung

Reisen zur aus­wärtigen Arbeits­stelle ausschließlich im Arbeitgeber­interesse gelten als Arbeitszeit

(Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17.10.2018, Az. 5 AZR 553/17)

Arbeit­nehmer, die viel dienstlich im Ausland unterwegs sind, können von einem Urteil des Bundes­arbeits­gerichts profitieren. Die höchsten deutschen Arbeits­richter entschieden, dass die erforderlichen Hin- und Rückreise­zeiten bei vom Arbeitgeber veranlassten Auslands­aufenthalten wie Arbeit zu vergüten sind (5 AZR 553/17). Verhandelt wurde der Fall eines Bau­fachmanns aus Rheinland-Pfalz, der zu einem Projekt in China geflogen war.

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Entsendet der Arbeitgeber einen Arbeit­nehmer vorübergehend ins Ausland, erfolgen die Reise zur aus­wärtigen Arbeits­stelle und von dort zurück ausschließlich im Interesse des Arbeit­gebers und sind deshalb in der Regel wie Arbeit zu vergüten. Dabei gehe es grund­sätzlich um die Reisezeit, die bei einem Flug in der Economy-Klasse anfalle - sie gelte als erforderliche Reisezeit.

Kläger verlangt Vergütung der gesamte Reisezeit

Im konkreten Fall war der technische Mitarbeiter eines Bau­unternehmens von August bis Oktober 2015 auf eine Baustelle in China entsandt worden. Statt eines Direktflugs in der Economy-Klasse buchte die Verwaltung des Unternehmens auf seinen Wunsch einen Business-Klasse-Flug mit Zwischen­stopp in Dubai. Für die vier Reisetage zahlte ihm sein Arbeitgeber die arbeits­vertraglich vereinbarte Vergütung für jeweils acht Stunden - insgesamt 1149 Euro. Der Dienst­reisende pochte aber auf die Vergütung der gesamten Reisezeit und damit auf Geld für weitere 37 Stunden.

Tatsächlich erforderliche Reisezeit noch festzustellen

Ob die lange Reisezeit gerechtfertigt war, muss nach Angaben des Bundes­arbeits­gerichts jetzt das Landes­arbeits­gericht Rheinland-Pfalz prüfen. Dorthin wurde der Fall zurück­verwiesen.

Quelle: dpa/DAWR/ab

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