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Schadensersatzrecht | 30.04.2021

Unfall­schaden

Reparatur­kosten niedriger als fiktive Abrechnung

Geschädigten trifft bei fiktiver Schadens­abrechnung keine Darlegungs­pflicht

(Oberlandesgericht München, Urteil vom 17.12.2020, Az. 24 U 4397/20)

Bei der Abrechnung eines erlittenen Sach­schadens hat der Geschädigte die Wahl: Will er reparieren lassen oder nicht. Was aber, wenn nach Gutachten abgerechnet wird und die spätere Reparatur billiger ist?

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Ein Geschädigter darf wählen: Er kann die Reparatur des Unfall­schadens nach den tatsächlichen Kosten abrechnen. Oder er lässt sich Geld laut Gutachten auszahlen - die so genannte fiktive Abrechnung. Aber auch dann kann man sein Auto natürlich mit dem Geld reparieren lassen. Wenn aber der Verursacher des Schadens behauptet, dass die tatsächlichen Kosten niedriger wären, muss der Geschädigte eine entsprechende Rechnung nicht vorlegen. Das zeigt ein Urteil des Ober­landes­gerichts München (Az.: 24 U 4397/20).

Streit um Höhe von Reparaturkosten

Nach einem Unfall musste ein Beteiligter zur Hälfte haften. Der Geschädigte wollte nach Gutachten abrechnen, das ergab eine Summe von rund 9000 Euro. Er ließ sein Auto tatsächlich reparieren. Der Unfall­gegner behauptete, dass dabei lediglich 5000 Euro Kosten entstanden wären. Nur darauf bezogen wollte er seinen hälftigen Anteil zahlen.

Die Sache ging vor Gericht

In erster Instanz unterlag er allerdings. Der Kläger hätte seine Reparatur­rechnung nicht vorgelegt, so das Gericht. Als Folge bekam er nur die Hälfte von 5000 Euro zugesprochen. Dagegen legte er Berufung ein.

Geschädigter muss Rechnung für Reparatur nicht vorlegen

Mit Erfolg. Das Oberlandes­gericht München bestätigte die grundsätzliche Wahl­freiheit, entweder die tatsächlich anfallenden Kosten oder die durch ein Sachverständigen­gutachten ermittelten Kosten abzurechnen, also fiktiv. Das gelte ausdrücklich auch nach einer Ent­scheidung des Bundes­gerichts­hofs aus dem Jahre 2013. Dabei wurden beide Rechnungen vorgelegt, wonach der Betroffene nicht mehr nach der höheren fiktiven Abrechnung entschädigt werden konnte.

So als hätte der Unfall nie stattgefunden

Das war in diesem Fall nicht der Fall und zur Herausgabe der Reparatur­rechnung kann ein Betroffener demnach nicht gezwungen werden. Das würde die Wahl­freiheit Geschädigter unterlaufen, wenn man sie mit einer Behauptung „ins Blaue hinein“ zwingen könnte, die tatsächlichen Reparatur­kosten vorzulegen. Geschädigte seien so zu stellen, als hätte es den Unfall nicht gegeben. Wie man mit dem Schaden umgehe, ist deren Sache, ergänzt der DAV.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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