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Haftungsrecht, Verkehrsrecht und Versicherungsrecht | 03.01.2017

Unfall

Rutschen bei Glatteis: Anscheins­beweis ermöglicht Haftung

Schleudern ohne äußeren Anlass spricht für Fahrfehler
(Oberlandesgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 03.09.2015, Az. 22 U 89/14)

Gerät ein Autofahrer auf glatter Straße ohne äußeren Anlass ins Schleudern, spricht der sogenannte Anscheins­beweis für einen Fahrfehler. Für Schäden aus folgenden Unfällen muss der Fahrer dann unter Umständen haften. Das besagt ein Urteil des Ober­landes­gerichts Frankfurt am Main (Az.: 22 U 89/14).

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Unfall­verursacher sollte für Schaden haften

Auf der Autobahn kam ein Autofahrer bei winterlichen Verhältnissen ins Schleudern. Dadurch musste ein nach folgendes Auto auf den Stand­streifen ausweichen und touchierte die Leitplanken. Den Schaden von 7500 Euro sollte der Voraus­fahrende bezahlen.

Anscheins­beweis spreche für einen Fahrfehler des Unfall­verursachers

Dem gab das Gericht statt. Der erste Anschein spreche dafür, dass ein auf glatter Straße ins Rutschen gekommender Autofahrer einen Fahrfehler begangen habe. Denn entweder war seine Geschwindigkeit unangepasst oder die Aufmerksamkeit zu gering. Der Fahrer habe das Gegenteil nicht beweisen können. Auch nachfolgende Autofahrer müssen zwar bei glatten Straßen besonders vorsichtig sein und mit dem Rutschen der anderen rechnen. Ein Verstoß gegen diese Sorgfalts­pflicht hätte der Voraus­fahrende aber beweisen müssen. Das gelang nicht. Vielmehr sei anzunehmen, dass dieser das andere Auto erst überholt hatte und dann ins Schleudern geraten sei.

Siehe auch:

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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