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Sozialrecht | 02.08.2018

Behinderungs­grad

SG Aachen: Keine festgelegte Zuordnung über den Grad der Behinderung bei psychischen Störungen

Bei psychischen Störungen muss über Grad der Behinderung von Fall zu Fall entschieden werden

Bei einer psychischen Störung erfolgt die Bemessung des Grads der Behinderung (GdB) durch Gerichte nicht nach starren Regeln. Dabei müssen in jedem Einzelfall alle Störungen berücksichtigt werden, wie ein Fall vor dem Sozial­gericht Aachen zeigt (Az.: S 18 SB 1001/16).

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Klägerin fordert Anerkennung eines Behinderungsgrades von über 40

Im zugrunde liegenden Fall litt eine Frau unter anderem an einer psychischen Störung, die zum Teil auf eine frühere Ver­gewaltigung zurückzuführen ist. Die Störung äußert sich vor allem durch sozialen Rückzug und durch Ritzen der Unterarme etwa einmal im Monat. Sie ist mit einem GdB von 30 eingestuft und wollte die Anerkennung eines GdB von über 40 erreichen.

Sachverständiger bescheinigt Behinderungsgrad von 40

Einen höheren Grad als 40 wollte das Gericht nicht anerkennen. Ein Sachverständiger hatte bei der Frau unter anderem eine post­traumatische Belastungs­störung mit Flashbacks, Ängstlichkeit und Depressionen fest­gestellt. Diese erhebliche Ein­schränkung der Erlebnis- und Gestaltungs­fähigkeit sei mit einem Gdb von 40 zu bewerten.

Mittelschwere Störung rechtfertigt keinen Gdb über 40

Im Kontakt mit der gerichtlichen Sachverständigen sei bei der Frau keine Ängstlichkeit deutlich geworden, argumentierte das Gericht. Auch habe sie klaren Blick­kontakt gehalten. Auch wenn ihre Lebens­freude erheblich bis stark eingeschränkt sei, liege nur ein GdB von 40 vor. So habe die Frau etwa Hobbys, denen sie nachgehe. Daher liege eine mittel­schwere und keine schwere Störung vor.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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