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Sozialrecht | 18.10.2017

Schul­begleitung

SG Dresden: Kind mit Diabetes hat vorläufigen Anspruch auf Schul­begleitung beim Sport­unterricht

Anspruch auf tägliche Schul­begleitung nicht ausreichend darlegt

(Sozialgericht Dresden, Beschluss vom 04.08.2017, Az. S 18 KR 654/17 ER)

Ein Kind mit Diabetes kann Anspruch auf Schul­begleitung für den Sport­unterricht haben. Auf diese Weise soll bei einer Entgleisung des Blutzuckers die Intervention gesichert werden. Die Kosten für die Begleitung muss die Kranken­kasse übernehmen, entschied das Sozial­gericht Dresden (Sozialgericht Dresden, Beschluss vom 04.08.2017, Az. S 18 KR 654/17 ER).

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Antrag auf dauerhaft Beobachtung während des Schulbesuchs

Das Mädchen erkrankte an Diabetes Typ 1. Sie trägt eine Insulin­pumpe. Die gesetzliche Kranken­kasse bewilligte während des Schul­besuchs fünfmal täglich die Blutzucker­messung durch eine Fachkraft. Die Mutter beantragte aber, dass das Mädchen dauerhaft beobachtet werden müsse. Nur so könne der Gefahr von Blutzucker­entgleisungen während der Schulzeit begegnet werden.

Der Eilantrag der Mutter war teilweise erfolgreich. Die Kranken­kasse habe es versäumt, den Sachverhalt durch eine Begutachtung des Mädchens umfassend aufzuklären, befand das Gericht. Die Hospitation einer Sozial­arbeiterin an einem Vormittag in der Schule habe keine belastbaren Ergebnisse gebracht. Ihre Aussagen seien teilweise wider­sprüchlich.

Anspruch auf vorläufige Schulbegleitung zum Sportunterricht auf Kosten der Krankenkasse

Allerdings habe das Mädchen nicht dargelegt, wie oft es in der Vergangenheit trotz Insulin­pumpe zu Blutzucker­entgleisungen gekommen sei. Daher habe sie einen umfassenden Anspruch auf tägliche Schul­begleitung nicht ausreichend darlegen können.

Anderer­seits ergäben sich Anhalts­punkte dafür, dass im Sport­unterricht eine besondere Gefahr für sie bestehe. Daher sprach ihr das Sozial­gericht vorläufig eine Schul­begleitung zum Sport­unterricht auf Kosten der Kranken­kasse zu. Die Kranken­kasse habe dadurch Zeit, den genauen Begleitungs­bedarf unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklung des Mädchens aufzuklären.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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