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Sozialrecht und Sozialversicherungsrecht | 08.11.2018

Unfall­versicherung

SG Mainz: Unfall­versicherung greift nicht bei Verletzung auf Studenten­party

Selbst organisierte Uni-Partys stellen keine Hochschul­veranstaltung dar

(Sozialgericht Mainz, Urteil vom 18.06.2018, Az. S 14 U 45/17)

Bei auf selbst organisierten Uni-Partys erlittenen Verletzungen greift die studentische Unfall­versicherung nicht. Denn es handelt sich um keine Hochschul­veranstaltung. Dies geht aus einer Entscheidung des Sozial­gerichts Mainz hervor (Sozialgericht Mainz, Urteil vom 18.06.2018, Az. S 14 U 45/17).

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Sturz bei Verfolgung eines Diebes

Studenten wollten mit einer Party den Examensball finanzieren. Sie fand in der Universität Mainz statt. Zu später Stunde bemerkte ein Mit­organisator, dass ein Gast unerlaubt eine Bierflasche aus einem der Kühl­schränke entnahm. Er forderte ihn auf, die Flasche zurück­zustellen. Der Gast rannte weg, der Mann verfolgte und holte ihn ein. Beide rangelten, die Flasche zerbrach, die Männer fielen hin. Bei dem Sturz verletzte sich der Mit­organisator schwer an der Hand. Er klagte.

Unfallkasse lehnt Anerkennung als Arbeitsunfall ab

Demnach sei der Mann als Student gesetzlich nicht unfall­versichert gewesen. Das sah der Kläger anders. Aus seiner Sicht sehe das Recht Versicherungs­schutz für die Verfolger mutmaßlicher Straftäter vor. Er habe einen Dieb gestellt und, wenn auch Monate später, angezeigt.

SG verneint Versicherungsschutz

Die Klage war erfolglos. Nach Auffassung des Sozial­gerichts bestand kein Versicherungs­schutz in der stu­dentischen Unfall­versicherung. Denn die Party war keine Veranstaltung der Uni.

Kläger verfolgte private Interessen

Zwar gebe es einen Unfall­versicherungs­schutz für Verfolger von Straf­tätern. Hierfür müsse allerdings die Verfolgung oder Festnahme eines Verdächtigen wesentlicher Grund der Handlung gewesen sein. Zwar sei die Bierflasche gestohlen worden. Jedoch habe der Kläger den Dieb nach Überzeugung des Gerichts vor allem verfolgt, um die Bierflasche beziehungs­weise deren Kaufpreis wieder­zuerlangen. Dazu kam, dass er ursprünglich keine Anzeige gegen unbekannt stellen wollte. Außerdem habe er sich bei anderen Kommilitonen nicht nach der Identität des Diebs erkundigt. Sinn und Zweck der gesetzlichen Regelung sei es nicht, private Interessen unter Versicherungs­schutz zu stellen.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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