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Sozialrecht und Sozialversicherungsrecht | 15.11.2018

Rehabilitations­maßnahme

SG Mannheim: Extrem Über­gewichtiger hat Anspruch auf stationäre Reha

Kranken­kasse muss Kosten für weitere dringend notwendig Rehabilitations­maßnahme übernehmen

(Sozialgericht Mannheim, Urteil vom 01.08.2017, Az. S 9 KR 138/17)

Wer extrem über­gewichtig ist, hat einen Anspruch auf eine stationäre medizinische Reha. Auch wenn ein Patient nach der ersten Reha wieder 25 Kilogramm zunimmt, muss die Kranken­kasse ihm weitere stationäre Aufenthalte gewähren. Das geht aus einer Entscheidung des Sozial­gerichts Mannheim hervor (Az.: S 9 KR 138/17).

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Krankenkasse hält weitere stationäre Rehabilitation für nicht mehr notwendig

Ein Mann hatte lange Zeit extremes Über­gewicht. Er machte eine Reha, um sein Gewicht zu reduzieren. Im August 2015 wog er bei einer Körpergr­öße von 1,88 Metern 206 Kilogramm. Die Kranken­kasse bewilligte ihm eine weitere Reha. Der Mann konnte bis Mitte März 2016 sein Gewicht auf 157 Kilogramm reduzieren. Die Kranken­kasse erklärte auf Grundlage einer Einschätzung des Medizinischen Dienstes der Kranken­versicherung, dass die stationäre Reha­bilitation nun nicht mehr notwendig sei. Der Mann habe in knapp sieben Monaten erlernen können, worauf es bei der Gewichts­reduktion ankommt. Im April 2016 beantragte er eine weitere Rehabilitations­maßnahme. Diesen Antrag lehnte die Kranken­kasse ab. Dagegen klagte der Mann.

Krankenkasse muss weitere notwendige stationäre Rehabilitationsmaßnahme gewähren

Die Richter entschieden, dass die Kranken­kasse eine weitere stationäre Rehabilitations­maßnahme gewähren muss. Diese sei medizinisch dringend notwendig. Dem Mann sei es nicht gelungen, die ihm vermittelten Bewältigungs­strategien in den Alltag zu integrieren. Dies zeige eine zwischen­zeitliche Gewichts­zunahme von 25 Kilogramm. Wegen der besonderen Komplexität des Krankheits­bildes seien eine engmaschige Über­wachung der Kalorien­zufuhr, eine internistische Behandlung, Sport- und Bewegungs­angebote sowie eine intensive Psycho­therapie erforderlich. Die ambulante psycho­therapeutische Behandlung im Anschluss an die Reha sei nicht erfolgreich gewesen. Daher sei eine erneute stationäre Behandlung dringend erforderlich.

Parteien schließen Vergleich

Im Berufungs­verfahren vor dem Landes­sozial­gericht in Stuttgart schlossen die Beteiligten einen Vergleich. Die Kranken­kasse bewilligte dem Mann eine psycho­somatische Reha von mindestens vier Wochen.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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