wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollstndig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
Suche
Anwalt gesucht?
Anwalt gefunden!
Sie haben ein rechtliches Problem? Eine individuelle Rechtsfrage? Streit mit dem Nachbarn, Chef oder Ämtern?Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich den fachkundigen Rat eines Rechtsanwalts.Hier im Deutschen Anwaltsregister finden Sie immer den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.Nutzen Síe Ihr Recht!

Steuerrecht | 13.05.2022

Umsatz­steuer­pflicht

Sport­vereinen droht nach BFH-Urteil Ende des Steuer­privilegs

Zusatz­einnahmen eines Sport­vereins sind umsatz­steuer­pflichtig

(Bundesfinanzhof, Urteil vom 21.04.2022, Az. V R 48/20)

Sport­vereine sind vor dem Fiskus privilegiert: Sie müssen in aller Regel keine Umsatz­steuern zahlen. Doch davon ist Deutschlands höchstes Steuer­gericht nun abgerückt.

Werbung

Deutschlands Sport­vereinen droht nach einem neuen Grundsatz­urteil des Bundes­finanz­hofs (BFH) das Ende eines traditionellen Steuer­privilegs. Entgegen der bisher von den Finanz­ämtern geübten Praxis sind Angebote von Sport­vereinen an ihre Mitglieder gegen allgemeine Mitglieds­beiträge „steuerbar“, wie es in der veröffentlichten Mitteilung des höchsten deutschen Steuer­gerichts in München heißt. Demnach kommt es „durch die nunmehr versagte Steuer­befreiung zu einer Umsatz­steuer­pflicht“.

Richter mahnen bessere Regelung im Gesetz an

Sport­vereine müssen also laut BFH nunmehr damit rechnen, „dass die Rechtsprechung ihre Leistungen an Mitglieder ohne Berufungs­möglichkeit als umsatz­steuer­pflichtig ansieht“. Gesetz­geberisch lösen könnte der Bund dies nach Einschätzung des BFH durch eine Änderung des Umsatz­steuer­gesetzes.

BFH-Urteil betrifft nun alle Sportvereine

Im konkreten Fall vor dem V. Senat ging es um einen Golfclub, doch hat das Urteil laut Bundes­finanz­hof Bedeutung über diesen Einzelfall hinaus. Größter deutscher Sportverein ist mit mehr als 1,4 Millionen Mitgliedern seiner weit über 300 Sektionen der Deutsche Alpenverein (DAV) in München.

Ob und inwieweit die Steuer­privilegien von Sport­vereinen noch angemessen sind, wird nicht nur von Steuer­juristen seit Jahren diskutiert. Ein maßgeblicher Grund ist die Grauzone zwischen traditionellem Vereins­leben und Kommerz. So beschweren sich etwa Betreiber von Fitness­studios und Kletter­hallen, dass sie Umsatz­steuern zahlen müssen, sehr ähnliche Vereins­angebote und -kurse jedoch steuer­befreit sind.

Golfverein erbrachte Leistungen gegen gesondertes Entgelt

Der Golfclub hatte abgesehen von seinen Mitglieds­gebühren noch allerlei zusätzliche Gebühren von seinen Mitgliedern kassiert, unter anderem für die Benutzung des Platzes, das Ausleihen von Golfbällen für das Training mit Ballautomat oder die Teilnahme an Turnieren und Veranstaltungen. Ähnlich wie der Golfclub verlangen in Deutschland auch viele andere Sport­vereine Eintritt für die Benutzung ihrer Anlagen, Gebühren für Kurse etc.

Werbung

Finanzamt berechnete Umsatzsteuer für „gesondert vergütete Leistungen“

Im Fall des Golfclubs berechnete das örtliche Finanzamt Umsatz­steuer für diese „gesondert vergüteten Leistungen“, verlor jedoch in der ersten Instanz vor dem Finanz­gericht. In der zweiten Instanz änderte nun der BFH seine bisherige Rechtsprechung.

Als rechtliche Grundlage des sportlichen Steuer­privilegs dienten bislang unter anderem die europäischen Vorschriften der sogenannten Mehrwert­steuer­system­richtlinie. Diese soll eine einheitliche Handhabung der Umsatz­steuer in der EU sicher­stellen.

BFH ändert Rechtsprechung nach EuGH-Befragung

Der Bundes­finanz­hof rief deswegen im Revisions­verfahren den Europäischen Gerichtshof (EuGH) an. Dieser entschied seinerseits, dass eine Berufung auf die Steuer­freiheit nach der Richtlinie nicht möglich ist. In der Folge rückte nun auch der BFH von dem Steuer­privileg für die Sport­vereine ab.

Werbung

Quelle: dpa/DAWR/ab

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 5 (max. 5)  -  2 Abstimmungsergebnisse Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0





       Sie sind Anwalt?! Werden Sie ein Teil vom Deutschen Anwaltsregister (DAWR) und stellen Sie sich und Ihre Kanzlei ausführlich vor!Profitieren Sie von der großen Reichweite des DAWR und seiner Partnerportale.Klicken Sie hier und nutzen Sie jetzt Ihre Gelegenheit
auf mehr Mandate aus dem Internet!

#9373

URL dieses Artikels: https://www.dawr/d9373
 für RechtsanwälteEin Kanzleiprofil beim DAWR kann auch Ihnen helfen!