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Arbeitsrecht und Steuerrecht | 09.11.2018

Sach­zuwendungen

Stadion­besuch auf Firmen­kosten: Ver­steuerung vorab klären

Auch Sach­zuwendungen ohne betriebliches Interesse gehören zum steuer­pflichtigen Arbeitslohn

(Finanzgericht Bremen, Urteil vom 21.09.2017, Az. 1 K 20/17)

Gemeinsam mit Kollegen im Fußball­stadion jubeln - das verbindet. Doch wenn der Chef seinen Mitarbeitern Karten für ein Spiel schenkt, sollten Arbeit­nehmer vorher die Ver­steuerung mit ihm klären. Denn solche Geschenke können sich auf den Arbeitslohn auswirken.

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Der Arbeitgeber verschenkt Karten für ein Bundesliga-Spiel - das kann für Arbeit­nehmer steuerliche Folgen haben. Denn nicht nur das Gehalt zählt zum steuer­pflichtigen Arbeitslohn, sondern auch Sach­zuwendungen, also beispiels­weise Fußball­karten, mit denen der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern die Gelegenheit verschafft, das Spiel zu sehen. Das geht aus einem Urteil des Finanz­gerichts Bremen hervor (Az.: 1 K 20/17).

Eintrittskarten dienten zu Repräsentations- und Werbezwecken

In dem verhandelten Fall argumentierte der Arbeitgeber, dass die Eintritts­karten zu Repräsentations- und Werbe­zwecken bei Geschäfts­partnern eingesetzt wurden - und somit keine Entlohnung für die eigenen Mitarbeiter im Stadion waren. Der Besuch des Fußballs­piels sei also eine notwendige Begleit­erscheinung und überwiegend im betrieblichen Interesse gewesen.

Besuch eines Bundesligaspiels ist Freizeitbeschäftigung

Die Richter sahen dies anders: Der Besuch eines Fußballs­piels sei eine übliche Freizeit­beschäftigung mit hohem Erlebnis­wert. Es gab weder eine betrieb­liche Verpflichtung für die Anwesenheit oder für bestimmte Aufgaben der Mitarbeiter. Die geschenkten Karten gehören zum steuerlichen Arbeitslohn.

Arbeitgeber kann für Sachzuwendungen pauschale Einkommensteuer übernehmen

Arbeit­nehmer sollten also vorab mit dem Chef die Ver­steuerung klären, damit sie am Ende des Monats nicht weniger Gehalt als sonst ausgezahlt bekommen, erklärt Uwe Rauhöft, Geschäfts­führer vom BVL. Der Chef kann die Lohnsteuer selbst tragen, er kann aber auch den geldwerten Vorteil nach den persönlichen Lohnsteuer­merkmalen des Arbeit­nehmers berechnen und vom Lohn abziehen.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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