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Schadensersatzrecht | 15.11.2018

Online-Bewertungs­portale

Streit um schlechte Bewertungen: Bewertungs­portal Yelp muss Schaden­ersatz an Fitness-Studios zahlen

„Empfohlene“ Bewertungen verzerren Gesamtbild

(Oberlandesgericht München , Urteil vom 13.11.2018, Az. 18 U 1280/16,Az. 18 U 1281/16, Az. 18 U 1282/16)

Bewertungen in Online-Portalen sind umstritten - drei Fitness-Studios hatten den US-Dienst Yelp daher auf Unter­lassung verklagt. Nun hat ein Oberlandes­gericht entschieden. Die Betreiberin der Studios spricht von einem Kampf „David gegen Goliath“.

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Das Online-Portal Yelp soll wegen zu schlechter Bewertungen Schaden­ersatz an drei Fitness-Studios aus dem Münchner Umland zahlen. Das Oberlandes­gericht München entschied zugunsten der Betreiberin. Sie soll nun knapp 800 Euro pro Studio bekommen - plus Zinsen. Außerdem soll Yelp die Prozess­kosten übernehmen und künftig in Deutschland alle Bewertungen in die Gesamt­wertung einschließen - nicht nur diejenigen, die als „empfohlen“ deklariert werden. Das Urteil ist noch nicht rechts­kräftig, weil eine Revision zugelassen wurde.

Streit um Gesamtbewertung

Die Betreiberin der Fitness-Studios, die ehemalige Welt­meisterin im Body­building Renate Holland, hatte auf Unter­lassung geklagt. Der Grund: Weil bei Yelp nur Wertungen eingingen, die von einer Empfehlungs­software nach verschiedenen Kriterien ausgewählt und mit dem Prädikat „empfohlen“ versehen wurden, fiel die Gesamt­bewertung schlechter aus. Die Fitness-Studios waren dadurch insgesamt mit zwei oder drei von fünf möglichen Sternen bewertet.

Kampf wie „David gegen Goliath“

„Die schaden kleinen Unternehmen“, sagte Holland. „Wer geht denn da noch hin, wenn man schlechte Bewertungen hat?“ Die 66-Jährige sieht sich als Vorkämpferin. „Das lasse ich nicht auf mir sitzen“, sagte sie. „Dass wir gewonnen haben, freut mich gerade für diese kleinen Firmen. Das ist wie David gegen Goliath.“

Empfehlungen werden von Software nach verschiedenen Kriterien erstellt

Auf Yelp haben Nutzer die Möglichkeit, Geschäfte aller Art zu bewerten - von einem Stern („Boah, das geht ja mal gar nicht“) bis zu fünf Sternen („Wow! Besser geht's nicht“). Welche Bewertungen dem Besucher der Website angezeigt werden und wie hoch die Gesamt­bewertung ausfälle, hängt im Wesentlichen davon ab, welche Bewertungen als „empfohlen“ angezeigt werden. Die Empfehlungen werden von einer Software nach verschiedenen Kriterien erstellt.

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Streit um Online-Bewertungen kein Einzelfall

Dabei wird unter anderem berücksichtigt, wie viele Bewertungen ein Nutzer bisher abgegeben hat: Wer er neu oder wenig aktiv ist, landen seine Beiträge oft unter den „nicht empfohlenen“. Einen heftigen Streit um das Thema gab es bereits vor einigen Jahren, weil die Yelp-Software nach der Übernahme des deutschen Konkurrenten Qype viele der neu dazug­ekommenen Bewertungen verwarf. Damals hielt das Vorgehen von Yelp aber gegen Klagen stand.

Quelle: dpa/DAWR/ab

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