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Haftungsrecht, Immobilienrecht und Versicherungsrecht | 08.06.2018

Unwetter­schäden

Sturmschäden: Regelmäßige Sichtprüfung des Dachs nicht immer ausreichend

Häufigkeit und Intensität der Sichtung richten sich nach Schaden­anfälligkeit der Konstruktion

(Landgericht Aurich, Urteil vom 19.01.2018, Az. 3 O 1102/16 (458))

Unwetter führen immer wieder zu größeren Schäden. Eigentümer müssen dabei besonders aufmerksam sein: Prüfen sie ihre Immobilie nicht richtig, müssen sie unter Umständen beim nächsten Sturm für die Schäden am Nachbar­gebäude aufkommen.

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Eigentümer sind verpflichtet, ihr Gebäude regelmäßig auf den baulichen Zustand zu überprüfen. Häufigkeit und Intensität richten sich dabei unter anderem nach der Schadens­anfälligkeit der Konstruktion, wie ein Urteil des Land­gerichts Aurich zeigt (Az.: 3 O 1102/16 (458)). Das bedeutet: Auch wenn der Eigentümer sein Dach einer regel­mäßigen Sicht­prüfung unterzogen hat, kann der Nachbar nach einem Sturm trotzdem Anspruch auf Schaden­ersatz haben.

Versicherung des Nachbarn verlangt Kosten für Beseitigung der Sturmschäden erstattet

In dem verhandelten Fall hatten sich während eines Orkans Dachziegel vom Haus des Beklagten gelöst und das Nachbar­gebäude beschädigt. Die Versicherung des Nachbarn wollte die etwas über 10.000 Euro, die sie der Schaden gekostet hatte, nun vom Eigentümer erstattet bekommen. Dieser wehrte sich mit dem Argument, dass der Schaden durch höhere Gewalt entstanden sei. Außerdem habe er sein Dach regelmäßig einer Sicht­prüfung unterzogen. Und der Dachdecker, der das Dach reparierte, habe keine Schadens­anfälligkeit des Dachs fest­gestellt.

Einfache Sichtprüfung des Dachs als Entlastungsbeweis nicht ausreichend

Dem Gericht reichten diese Argumente nicht aus: Der Entlastungs­beweis würde voraussetzen, dass der Eigentümer alle Maßnahmen getroffen hätte, die aus technischer Sicht geboten und geeignet sind, um die Gefahr der Ablösung von Dachziegeln zu begegnen. Dafür reiche eine einfache Sicht­prüfung aber nicht.

Zunahme von Sturmereignissen erfordert besondere Vorsorge

Das gelte insbesondere deshalb, weil es in den letzten Jahren eine Reihe von Sturm­ereignissen gegeben habe, die eine besondere Vorsorge von Eigentümern erfordern. Entlastend wirkte hier aus Sicht des Gerichts auch nicht, dass es in der Nach­barschaft ähnliche Schäden gegeben hatte. Das zeige nur, dass auch andere Eigentümer ihren Überprüfungs­pflichten nicht nachgekommen sind.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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