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Schadensersatzrecht und Verkehrsrecht | 22.10.2018

Unfall

Unfallhaftung: Auch Pedelec-Fahrer muss beim Überqueren des Zebrastreifens absteigen

Nicht abgestiegener Fahrer eines Pedelec haftet nach Unfall mit Auto überwiegend selbst

Wie normale Radler auch genießen Pedelec-Fahrer auf einem Zebra­streifen nur dann Vorrang, wenn sie vorher absteigen und ihr Gefährt schieben. Tun sie das nicht, müssen sie nach einem Unfall mit einem Auto überwiegend haften. Das zeigt ein Urteil des Ober­landes­gerichts Hamm (Az.: 9 U 54/17).

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Unfall zwischen Pkw und Pedelec-Fahrer am Zebrastreifen

In dem verhandelten Fall fuhr ein Auto auf einen Zebra­streifen mit Mittelinsel zu. Von der linken Seite der Gegen­fahrbahn fuhr ein Pedelec-Fahrer auf den Zebra­streifen, hielt allerdings nicht an der Mittelinsel an. Es kam zum Unfall mit dem Auto. Der Pedelec-Fahrer forderte daraufhin Schaden­ersatz.

Erste Instanz: Ein Drittel Haftung zu Lasten des Autofahrers

Die erste Instanz sah allerdings nur eine Haftung von einem Drittel zu Lasten des Autofahrers als gerechtfertigt an. Dagegen ging der Pedelec-Fahrer in Berufung.

OLG: Auch Pedelec-Fahrer muss am Zebrastreifen absteigen

Ohne Erfolg. Denn auch das Oberlandesgericht sah im Radler den Verursacher des Unfalls. Am Zebra­streifen muss er absteigen, um wie ein Fußgänger Vorrang zu bekommen. Zusätzlich klärte das Gericht die Frage, ab wann der Autofahrer auf den Pedelec-Fahrer reagieren muss: Demnach erst dann, wenn erkennbar sei, dass dieser durchfahren würde. So lange er aber auf der Mittelinsel hätte anhalten können, sei das nicht nötig.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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