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Erbrecht | 25.05.2018

Testament

Unklare Formulierungen im Testament: Haupterbe ist nicht automatisch Alleinerbe

Haupterbe ist nicht Alleinerbe, da Beerdigung und Verteilung des Vermögens auch von Dritten durch­geführt werden konnte

(Kammergericht Berlin, Urteil vom 31.01.2018, Az. 26 W 57/16)

Bei einem Testament kommt es auf möglichst genaue Formulierungen an. Das heißt: Erblasser müssen ihren letzten Willen so zu Papier bringen, dass es möglichst keine Zweifel gibt. Andernfalls muss das Gericht das Testament interpretieren

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Wer in einem Testament als Haupterbe bezeichnet wird, ist nicht automatisch Alleinerbe. Das gilt vor allem, wenn der Erblasser den Begriff nicht mit der Gesamtrechts­nachfolge verknüpft hat. Denn bei der Auslegung eines Testaments kommt es nicht auf die Wortwahl, sondern auf den wirklichen Willen des Erblassers an, befand das Kammer­gericht Berlin (Az.: 26 W 57/16).

Haupterbe beantragte Alleinerbschein

In dem verhandelten Fall hatte der Erblasser mehrere Testamente errichtet. Dabei setzte er eine Person als Haupterben ein, der sich auch um Formalitäten wie Wohnungs­auflösung und Beerdigung kümmern sollte. Ersatzweise sollte er hierfür eine vertrauens­würdige Person einsetzen dürfen. Die Verteilung des Bank­vermögens sollte ein Notar vornehmen. Weitere Personen, die als Erben bezeichnet wurden, sollten prozentuale Anteile des Erbes bekommen. Der Haupterbe beantragte nach dem Tod des Erblassers einen Allein­erbschein.

Haupterbe hat aus Sicht des Gerichts keine Alleinerbenstellung

Das Kammer­gericht wies diesen Antrag aber zurück: Die Alleinerben­stellung wurde aus Sicht der Richter nicht festgelegt. Der Haupterbe zähle wie die anderen Bedachten als Erbe. Denn der Erblasser habe es zugelassen, dass die Beerdigung und die Verteilung des Vermögens von Dritten durch­geführt werden konnte. Die Gesamtrechts­nachfolge des Haupterben scheitere auch daran, dass die ihm zugewandte Vermögens­quote geringer ist als die Quote anderer Begünstigter.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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