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Steuerrecht | 15.03.2018

Heimkosten

Unter­bringungs­kosten als außergewöhnliche Belastungen absetzbar

Krankheits­bedingte Heim­unter­bringung recht­fertigt einen Abzug der Kosten als außergewöhnliche Belastung

(Finanzgericht Niedersachsen, Urteil vom 20.09.2017, Az. 9 K 257/16)

Senioren, die aus gesundheitlichen Gründen in einem Heim betreut werden, können die Kosten für die Unter­bringung und Pflege bei der Steuer absetzen. Ob es sich dabei um eine normale Erkrankung oder eine alters­bedingte Erkrankung handelt, ist egal, so Isabel Klocke vom Bund der Steuer­zahler.

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Dabei muss auch eine Heim­unter­bringung wegen alters­bedingter Demenz steuer­mindernd berücksichtigt werden. Dies geht aus einer Entscheidung des Finanz­gerichts Nieder­sachsen hervor (Az.: 9 K 257/16). Ein Heim­aufenthalt allein aus Alters­gründen ist dagegen steuerlich nicht absetzbar.

Aufgrund Depression und zunehmender Vergesslichkeit Heimunterbringung von Hausarzt empfohlen

Im verhandelten Fall zog der Kläger nach dem Tod seiner Ehefrau in ein Pflegeheim. Seine Hausärztin bestätigte eine Depression mit zunehmender Vergesslichkeit. Zur Vermeidung von Eigen­gefährdung empfahl sie einen Umzug in eine betreute Senioren­wohnanlage. Im Heim nahm der Kläger diverse Pflege­leistungen in Anspruch. Zudem wurde der Wohnpark nachts kontrolliert, so dass niemand das Haus unerlaubt verlassen konnte.

Angabe der Heimunterbringung als außergewöhnliche Belastung in Einkommensteuererklärung

Eine Behinderung oder Pflegestufe lag beim Kläger nicht vor. Die Kosten der Heim­unter­bringung setzte der Kläger in seiner Einkommen­steuer­erklärung als außergewöhnliche Belastung an.

Finanzamt lehnt Berücksichtigung ab

Das Finanzamt verweigerte die steuerliche Berücksichtigung, da nach seiner Auffassung der Aufenthalt für das betreute Wohnen nicht krankheits­bedingt, sondern bei dem Kläger alters­bedingt erfolgte.

Heimunterbringung wegen altersbedingter Demenz muss steuermindernd berücksichtigt werden

Das Finanz­gericht hingegen erkannte die Kosten an. Ausweislich der ärztlichen Stellung­nahme waren Hauptgrund für den Umzug in eine betreute Wohnanlage häufige Phasen von Vergesslichkeit und Desorientiertheit im Sinne einer beginnenden Demenz verbunden mit einer Hilfs­bedürftigkeit. Das sind krankheits­bedingte Gründe. Betroffene Senioren sollten sich daher vor einem Umzug in ein Heim ärztlich bestätigen lassen, dass der Heim­aufenthalt aus gesundheitlichen Gründen erforderlich ist.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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