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Familienrecht und Steuerrecht | 20.09.2017

Steuer

Unterhalts­zahlungen können als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden

Absetzbarer Unterhalt darf nicht um Kindergeld gekürzt werden

Zahlt bei einem unverheirateten Elternpaar der eine Elternteil dem Partner Unterhalt, kann er die Unterhalts­zahlungen als außergewöhnliche Belastungen steuerlich absetzen.

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„In der Praxis kommt dies etwa vor, wenn ein Elternteil kein Arbeits­einkommen hat, weil er sich um die Kinder­betreuung kümmert“, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuer­zahler. Für das Jahr 2017 können beispiels­weise bis zu 8.820 Euro zuzüglich Basis­kranken­kassen­beiträge abgesetzt werden. Dabei wird der absetzbare Unterhalt nicht um das Kindergeld gekürzt, entschied das Finanz­gerichts Münster (Finanzgericht Münster, Urteil vom 11.07.2017, Az. 14 K 2825/16 E).

Elternteil macht Unterhalt als außergewöhnliche Belastung geltend

Im dem verhandelten Fall zahlte der Vater an die Mutter seiner beiden Kinder Unterhalt. Sie lebten in einer eheähnlichen Gemein­schaft. Den gezahlten Unterhalt machte der Vater in der Einkommen­steuer­erklärung als außergewöhnliche Belastung geltend. Das Finanzamt erkannte die Unterhalts­zahlungen jedoch nicht mit dem Höchstb­etrag an, sondern kürzte diesen um das anteilig auf die Mutter entfallende Kindergeld.

Kindergeld soll Existenzminimum des Kindes sichern

Zu Unrecht, wie das Finanz­gericht Münster entschied. Das Kindergeld mindert nicht den Unterhalts­höchst­betrag, denn mit dem Kindergeld soll das Existenz­minimum des Kindes gesichert werden, es zählt nicht zum Einkommen der Mutter.

Unverheiratete Eltern sollten gegebenenfalls Einspruch gegen Steuerbescheid einlegen

Unverheiratete Eltern sollten es prüfen, wenn das Finanzamt den abzugs­fähigen Unterhalt kürzt. „Wird der Unterhalt um das Kindergeld gemindert, sollte der zahlende Elternteil dies nicht hinnehmen und Einspruch gegen seinen Steuer­bescheid einlegen“, empfiehlt Klocke. Es ist ratsam, das Akten­zeichen des genannten Urteils zur Begründung anzugeben.

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Quelle: dpa/DAWR/kg
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