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Verkehrsrecht | 26.02.2016

Auffahr­unfall

Urteil: Abruptes Bremsen ohne Grund führt zu Hauptschuld bei Auffahr­unfall

Hintermann muss nicht mit plötz­lichem Bremsen rechnen

(Landgericht Saarbrücken, Urteil vom 20.11.2015, Az. 13 S 67/15)

Wer mit dem Auto ohne zwingenden Anlass abrupt bremst, kann bei einem Auffahr­unfall die Hauptschuld zugewiesen bekommen. Das resultiert aus einer Entscheidung des Land­gerichts Saar­brücken (Az.: 13 S 67/15).

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Autofahrerin verursachte Auffahrunfall und machte ihren Schadenersatzanspruch geltend

Im verhandelten Fall stand eine Auto­schlange vor einer roten Ampel. Bei grün fuhren die ersten zwei Autos an. Die Fahrerin des dritten Autos startete zunächst ebenfalls, bremste dann aber abrupt ab. Dadurch fuhr der vierte Autofahrer auf. Die Fahrerin dachte laut eigenen Angaben, dass eine von rechts kommende Radfahrerin die für sie geltende rote Fußgänger­ampel ignorieren könnte. Die Auto­fahrerin machte ihren Schadenersatz­anspruch bei der Haft­pflicht­versicherung geltend, die sich aber gegen eine volle Zahlung sträubte. Denn der Hintermann müsse nicht mit dem plötz­lichen Bremsen rechnen.

Das Landgericht entschied gegen die Klägerin

Es sei untersagt, ohne triftigen Grund stark zu bremsen. Zeugen­aussagen konnten bestätigen, dass die Radfahrerin nicht erkennen ließ, dass sie gegen die Verkehrs­regeln handeln würde. Jeder Teilnehmer am Straßen­verkehr ist aber laut Gericht verpflichtet, auf einen ausreichenden Sicherheits­abstand zu achten, um auch vor plötz­lichen Hindernissen stoppen zu können. Daher wurde dem Auffahrenden ein Haftungs­anteil von einem Drittel auferlegt.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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