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Familienrecht | 19.03.2018

Kindergeld

Urteil: Anspruch auf Kindergeld besteht auch bei Unter­brechung der Ausbildung wegen dauerhafter Erkrankung

Ausbildung aus krankheits­bedingten und damit objektiven Gründen unter­brochen

(Finanzgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 20.02.2018, Az. 2 K 2487/16)

Nach dem Schul­abschluss kann weiterhin ein Anspruch auf Kindergeld bestehen, zum Beispiel während einer Ausbildung. Wer die Ausbildung abbricht, verliert auch das Kindergeld. Aber ist eine lange Krankheit ein Abbruch?

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Kindergeld kann bis zur Vollendung des 25. Lebens­jahres gezahlt werden. Die Voraussetzung: Das Kind absolviert nach seinem Schul­abschluss ein Studium, eine Ausbildung, ein berufs­vorbereitendes Praktikum oder einen anerkannten Frei­willigen­dienst.

Der Anspruch besteht auch fort, wenn ein Kind zwar seine Ausbildung wegen einer dauerhaften Erkrankung unter­brechen muss, es aber weiterhin ausbildungs­willig ist. Das entschied das Finanz­gericht Rheinland-Pfalz (Finanzgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 20.02.2018, Az. 2 K 2487/16). Das Urteil ist noch nicht rechts­kräftig.

Ausbildung krankheitsbedingt abgebrochen

In dem verhandelten Fall wurde der Klägerin für die Zeit von März 2014 bis November 2016 für ihre Tochter Kindergeld bewilligt. In dieser Zeit sollte sie eine Ausbildung bei einer staatlich anerkannten Berufs­fachschule für Mode absolvieren.

Im April 2015 teilte die Klägerin der Familien­kasse aber mit, dass ihre Tochter die Ausbildung Ende März krankheits­bedingt abbrechen müsse und legte auch ein Attest einer Fachärztin vor. Seit Juli 2015 befand sich die Tochter in psycho­therapeutischer Behandlung. Die Zahlung des Kinder­geldes wurde eingestellt. Die Begründung: Die Tochter habe die Ausbildung abgebrochen.

Ausbildung nur unterbrochen – Kindergeldanspruch bleibt bestehen

Vor Gericht bekamt die Mutter Recht. Nach Auffassung der Richter lag nur eine Unter­brechung der Ausbildung vor. Dass die Dauer der Unter­brechung noch nicht absehbar war, sei unerheblich. Maßgeblich sei nur, dass die Ausbildung aus krankheits­bedingten und damit objektiven Gründen unter­brochen wurde. Solche Gründe seien auch in anderen Fällen unschädlich, zum Beispiel bei einer Schwangerschaft beziehungs­weise während der Mutter­schutz­zeiten.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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