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Familienrecht | 27.04.2016

Scheidung

Urteil: Ehepartner haften nach Trennung nicht immer für Immobilien­kredit

Alleineigentümer der Immobilie muss auch für den gemeinsamen Kredit aufkommen

(Oberlandesgericht Brandenburg, Urteil vom 17.03.2015, Az. 10 WF 15/15)

Den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen sich Paare oft gemeinsam. Doch was passiert nach einer Trennung? Muss der Ex-Partner die Finanzierung weiter mittragen? Nicht unbedingt, wie ein Urteil des Ober­landes­gerichts Brandenburg zeigt.

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Ehepartner finanzieren Immobilien oft gemeinsam

Nehmen beide einen Kredit auf, haften sie gegenüber der Bank auch gemeinsam. Allerdings gilt auch: Hat einer der beiden Ehepartner allein ein Interesse am Kauf der Immobilie und der Aufnahme des Kredits, muss auch er allein für ihn aufkommen. Er kann nach einer Trennung von dem anderen keinen Ausgleich verlangen,entschied das Oberlandes­gericht Brandenburg (Az.: 10 WF 15/15).

Ehemann verlangte nach Trennung einen anteiligen Ausgleich der Verbindlichkeiten

In dem Fall hatte das Ehepaar für die Finanzierung eines Hauses gemeinsam einen Kredit aufgenommen. Im Grundbuch war allerdings nur der Mann als Eigentümer eingetragen. Im Wesentlichen zahlte er auch die Kreditraten. Nach der Trennung verlangte er von seiner Frau allerdings den anteiligen Ausgleich der Verbindlichkeiten.

Ohne Erfolg: Für Immobilienkredit muss der alleinige Eigentümer aufkommen

Der Mann hat keinen Ausgleichs­anspruch gegenüber seiner Frau. Zwar sei nicht alleiniges Kriterium, ob der Mann während der Ehe die Raten allein übernommen habe. Entscheidend sei das Interesse eines Ehepartners, warum der Kredit aufgenommen worden sei. Auch wenn nach außen beide Partner gegenüber der Bank hafteten, gelte dies nicht gegeneinander. Es müsse derjenige für den gemeinsamen Kredit aufkommen, der der alleinige Eigentümer der Immobilie sei und diese auch nach der Trennung alleine nutze.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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