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Steuerrecht | 21.03.2016

Arbeits­kleidung

Urteil: Hoch­wertiger Anzug ist nicht von der Steuer absetzbar

Hierbei handelt es sich nicht um eine berufs­spezifische Arbeits­kleidung

(Finanzgericht Hamburg, Urteil vom 26.03.2014, Az. 6 K 231/12)

Ausgaben für Schutzhelm, Sicherheits­schuhe oder Arztkittel können Steuer­pflichtige in der Regel ohne Probleme beim Fiskus angeben - sie gelten als typische Berufs­kleidung. Doch erkennt das Finanzamt auch Ausgaben für einen hoch­wertigen Anzug an?

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Wer sich Kleidung für seinen Beruf kauft, kann die Ausgaben unter bestimmten Voraus­setzungen als Werbungs­kosten absetzen. Das Finanzamt erkennt aber nur Kosten an, die man für berufs­spezifische Textilien ausgegeben hat. Die Grenzen dabei sind fließend: Ein Hoch­wertiger Anzug für das Büro zählt aber nicht dazu, urteilten die Richter des Finanz­gerichts Hamburg (Az.: 6 K 231/12).

Der Fall: Anwalt kaufte sich hochwertige Anzüge

Im konkreten Fall hatte sich ein Anwalt eine hochwertige Ausstattung gekauft, weil er in einer internationalen Kanzlei eine neue Stelle antreten wollte. Die Kosten für die Anzüge gab er beim Finanzamt an. Mit der Begründung: Es handele sich um berufs­typische Kleidung, die entsprechend einer internationalen Kanzlei angemessen sei. Die Behörde berücksichtigte die Aufwendungen nicht steuer­mindernd.

Urteil: Finanzamt muss Business-Kleidung nicht anerkennen

Zu Recht, urteilten die Richter des Finanz­gerichts Hamburg. Sie begründeten ihre Entscheidung damit, dass man Business-Kleidung auch der allgemeinen Lebens­führung zurechnen könne. Sie lasse sich ohne Probleme auch privat tragen.

Textilien sollten in speziellen Läden für Berufsbekleidung gekauft werden

Grund­sätzlich gilt: Erkennt das Finanzamt Kleidung als berufs­typisch an, sind bis zu 487,90 Euro direkt abzugs­fähig. Liegen die Kosten für die Textilien über dieser Grenze, müssen Steuer­zahler die teuren Stücke hingegen anteilig ihrer Nutzungs­dauer ansetzen. Wer die Chancen erhöhen will, dass sich die Ausgaben steuer­mindernd auswirken, sollte die Textilien in speziellen Läden für Berufs­kleidung kaufen. Die Rechnung können Steuer­pflichtige dann als Nachweis der Steuer­erklärung beifügen.

Ausgaben für Reinigung sind auch absetzbar

Handelt es sich eindeutig um berufs­spezifische Kleidung, gilt: Neben den Anschaffungs­kosten können Steuer­pflichtige auch die Ausgaben für Reinigungs­leistungen wie Waschen, Trocknen und Bügeln absetzen. Damit sich die Kosten steuer­mindernd auswirken, sollte auf der Rechnung ein Hinweis stehen, dass in diesem Fall Arbeits­kleidung gereinigt wurde.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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