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Haftungsrecht und Versicherungsrecht | 16.02.2017

Verkehrs­unfall

Urteil: Versicherung zur Zahlung einer hohen Entschädigung verurteilt

Unfallopfer hat Anspruch auf Nutzungs­ausfall nach einem Verkehrs­unfall

Da sich nach einem Verkehrs­unfall weder der Verursacher noch dessen Versicherung beim Geschädigten meldete, hat das Amtsgericht Augsburg dem Unfallopfer eine ungewöhnlich hohe Entschädigung für das demolierte Auto zugesprochen. Nach dem veröffentlichten Urteil bekommt der Kläger für den Nutzungs­ausfall seines Wagens 2310 Euro für 66 Tage. Die Versicherung wollte hingegen nur ein Drittel davon zahlen (Az. 73 C 1649/16).

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Geschädigter konnte sich erst nach Klinik Aufenthalt um Schadens­regulierung kümmern

Wie Gerichts­sprecherin Andrea Laser berichtete, wurde der Kläger nach dem Unfall sofort in eine Klinik gebracht. Er kannte daher weder den Unfall­verursacher noch dessen Versicherung. Vielmehr musste er sich die Daten später erst über die Polizei besorgen, dies dauerte Wochen. Erst danach konnte er sich um die Schadens­regulierung kümmern.

Versicherung beschuldigt den Geschädigten

Die Versicherung ersetzte zwar den schrott­reifen Wagen, nicht aber den Nutzungs­ausfall von mehr als zwei Monaten. Die Versicherung gab dem Geschädigten die Schuld an der langen Abwicklung. Sie behauptete, ein Mitarbeiter habe schon zwei Tage nach dem Unfall mit dem Auto­besitzer telefoniert. Diese Darstellung habe das Gericht nicht geglaubt, sagte Gerichts­sprecherin Andrea Laser. „Die vorgelegte Telefon­notiz enthielt weder ein Datum, noch die Nummer des Klägers.“ Zudem habe der Sach­bearbeiter dem Gericht keine Details mitteilen können.

Die Versicherung wurde deswegen in dem inzwischen rechtskräftigen Urteil vom Dezember ungewöhnlich scharf kritisiert: Die Angaben zu dem Telefonat seien „entweder bewusst wahrheits­widrig oder einfach ins Blaue hinein erfolgt“.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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