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Immobilienrecht und Mietrecht | 04.03.2016

Wildschwein-Alarm

Urteil: Wild­schweine auf Grundstück stellen Mietmangel dar

Vermieter muss Grundstück vor eindringenden Wild­schweinen sichern

(Landgericht Berlin, Urteil vom 21.12.2015, Az. 67 S 65/14)

Wenn Wild­schweine den Garten durch­wühlen, kann das für die Mieter des Grundstücks gefährlich werden. Der Vermieter ist deshalb verpflichtet, das Grundstück entsprechend zu sichern. Der Vermieter muss durch geeignete Maßnahmen seine Mieter davor schützen, dass Wild­schweine in den Garten eindringen. Das gilt auch, wenn sich das Grundstück in der Nähe eines Waldes befindet. Das geht aus einer Entscheidung des Land­gerichtes Berlin hervor (Az.: 67 S 65/14).

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Mieter eines Mietshauses in Waldnähe sah sich durch Wildschweine auf dem Grundstück bedroht

Im konkreten Fall ging es um ein Mietshaus, das sich umgeben von einem großen Grundstück, in der Nähe eines Wald­gebietes befindet. Der Kläger hat dort eine Erdgeschoss­wohnung sowie zwei Terrassen gemietet. Auf dem Grundstück tauchten mehrfach Wild­schweine auf, teilweise mit Frischlingen. Der Mieter spannte stromgeladene Sicherheits­drähte auf, die von seiner Terrasse bis zur Grundstücks­grenze reichten. Zusätzlich minderte er seine Miete und forderte den Vermieter dazu auf, den alten Zaun zu reparieren oder auszutauschen. Nachdem nichts passierte, verklagte der Mieter den Vermieter.

Vermieter muss Mieter vor Gefahr schützen und somit das Eindringen der Wildschweine verhindern

In einer Vorinstanz bezweifelten die Richter des Amts­gerichts Wedding den Mietmangel. Doch das Landgericht Berlin entschied nun: Es ist die Pflicht des Vermieters, den Mangel am Zaun zu beheben und die Mieter zu schützen. Dabei sei nicht entscheidend, ob jemand bereits durch die Tiere verletzt wurde. Allein die Befürchtung reiche aus, dass die Tiere einen Menschen angreifen könnten. Bei einem Muttertier mit Frischlingen sei diese Gefahr durchaus gegeben. Der Vermieter muss also - auch bei einem Grundstück mit Waldnähe - zusätzliche Schutz­vor­kehrungen veranlassen, damit die Tiere nicht wieder auf das Grundstück gelangen. Eine Miet­minderung von 10 bis 20 Prozent ist nach Auffassung der Richter angemessen.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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